Energie & Umwelt

Energieriesen hätten von AKW-Abschaltung kaum Verluste

Laut Analysten würden die vier Energieriesen, Monopolisten und AKW-Betreiber in Deutschland (Eon, RWE, EnBW und Vattenfall, zusammen über 80% der deutschen Energieversorgung) kaum Verluste aus einer vorzeitigen Abschaltung ihrer Atomkraftwerke. Grund: ein leicht steigender Strompreis würde die Verluste nahezu ausgleichen. Aber auch unabhängig davon können die Oligopolmitglieder aufgrund ihrer hohen Gewinne das einer solchen Risikotechnologie innewohnende unternehmerische Risiko gut meistern und immer noch vernünftige Umsatzrenditen aufweisen. Matthias Heck von der Investmentbank Macquarie bestätigt dies: „Letztlich sind die Auswirkungen auf die Gewinnschätzung und den fairen Aktienwert minimal.“ Dies zeigen auch die jüngsten Preisentwicklungen an der Energiebörse EEX. Die Notierungen für Strom sind seit der Kehrtwende der Bundesregierung in der Atompolitik vor zwei Wochen um mehr als zehn Prozent auf den höchsten Stand seit zwei Jahren gestiegen. Laut der Financial Times Deutschland rechnen auch die Stromkonzerne nicht mehr damit, dass die acht vorläufig stillgelegten Reaktoren wieder ans Netz gehen. (Unternehmenszahlen: Eon 2010: Umsatz 92,9 Mrd. Euro, Ebit 11,2 Mrd. Euro; RWE 2010: Umsatz 53,3 Mrd. Euro, Ebit 6,5 Mrd. Euro; EnBW 2010:  Umsatz 17,5 Mrd. Euro, Ebit 1,93 Mrd. Euro; Vattenfall Europe 2009: Umsatz 14,5 Mrd. Euro, operatives Ergebnis 1,5 Mrd. Euro). Der ehemalige Bundesumweltministers Klaus Töpfer (CDU), Vorsitzender der derzeitigen Kontrollgruppe für die AKW-Sicherheit, bekräftigte die gängige Expertenmeinung (einzig die Lobbyaussagen des alten Energieoligopols weichen davon ab), Deutschland könne aus der Atomenergie aussteigen, ohne negative Folgen für die Wirtschaft zu verursachen. „Wir werden es belegen, dass eine wirtschaftlich starke Nation wie Deutschland diese Stärke auch behalten kann.“ Teile der Wirtschaft hätten erkannt, welche riesigen Möglichkeiten eine grüne Technologiewelle böte. „Das sind große Chancen für zukunftsorientierte Arbeitsplätze.“ Dies zeigt auch gerade die weltgrößte Industriemesse in Hannover, deren Themenschwerpunkt die boomenden Branchen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz ist.
 

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