Wirtschaft

Entspannung bei der Euro-Krise – Credit Suiss gibt Entwarnung

Der Euro-Rettungsfonds hat die erste 3,6 Mrd. Euro Tranche seiner Hilfskredite an Irland überwiesen. Die Zinsen betragen 5,9%. Vereinbart waren ursprünglich nur 3,3 Mrd. Euro. Das Geld stammt aus der ersten eigenen Anleihe des EU-Rettungsfonds von Mitte Januar (wofür 2,7% Zinsen fällig wurden). Zuletzt hatte Irland im November 2010 8,85%Zinsen zahlen müssen.

Die Ökonomen der Schweizer Großbank Credit Suisse haben derweil in einer bereits am Freitag veröffentlichten Studie zur Euro-Schuldenkrise ein optimistisches Fazit gezogen: „Europa steuert auf eine Lösung hin – wenn auch sehr langsam.“ Zwar sei die Schuldenkrise noch nicht so rasch entschärft, für Anleger könnte die Eurokrise jedoch bereits ausgestanden sein. Hauptgrund der Bewertung seien die zunehmend positiven Zahlen aus Spanien, dessen Entwicklung bis vor wenigen Monaten als das Kernrisiko für die Eurozone beurteilt wurde. Das Defizit sei kleiner als angenommen, mit tieferen Löhnen wurde die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt, die Reformen der Sozialsysteme würden angegangen und die Rekapitalisierung des angeschlagenen Bankensystems verkraftbar. Daher geht die Credit Suisse davon aus, dass Spanien nicht unter dem EU-Rettungsschirm Schutz suchen muss. Stattdessen dürften sich die Märkte nun vermehrt der Schuldenproblematik der USA widmen, heißt es. Diese gebe mehr Anlass zur Sorge als die der Eurozone. Die geplante EU-Regelung, bei künftigen Anleihen Klauseln einzufügen, wonach Gläubiger bei Zahlungsproblemen teilweise auf Forderungen verzichten müssen, wurde ebenfalls begrüßt. Dies würde die disziplinierende Rolle der Finanzmärkte stärken.

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