Energie & Umwelt

E.ON und RWE sollen durch Fusion in die Weltliga

Laut dem deutschen EU-Energiekommissar Günther Oettinger sind die beiden deutschen Energieriesen E.ON und RWE im Weltmaßstab nur „Regionalliga“: „Will Deutschland in der Weltliga mitspielen, die von Konzernen wie Exxon, Chevron oder Gazprom dominiert wird, brauchen wir einen nationalen Player von entsprechender Größe.“ Dies sei durch ein Zusammenwirken der wichtigsten Spieler im Energiemarkt, unter Umständen auch durch eine Fusion zu erreichen. Dadurch würde das Gewicht der deutschen Energiewirtschaft im internationalen, globalen Wettbewerb gestärkt werden. Mehr Wachstum und Stärke, so der Kommissar weiter, könne auch durch eine engere Verbindung mit den Stadtwerken und den Kommunen erreicht werden.

E.ON hat 2010 einen Umsatz von 94,8 Mrd. Euro ausgewiesen und einen Gewinn nach Steuern von 7,1 Mrd. Euro erzielt. Der Konzern war im Jahr 2000 aus einer Fusion von VEBA und VIAG entstanden. Im Jahr 2001 erhielt Deutschlands größter Energiekonzern dann die umstrittene Genehmigung von seinem ehemaligen Top-Manager und zwischenzeitlichen parteilosen Wirtschaftsminister Müller, mit Europas größtem Gasversorger, der Ruhrgas, zu fusionieren. Das Kartellamt hatte sich strikt dagegen ausgesprochen, da dies wettberbsfeindliche und monopolistische Strukturen schaffen würde, der Minister setzte sich jedoch im Sinne seines ehemaligen und auch nachfolgend erneuten Arbeitsgeber E.ON über das Kartellamt hinweg. RWE hatte 2010 einen Umsatz von 53,3 Mrd. Euro und einen Gewinn nach Steuern von 3,6 Mrd. Euro.

Die Konzentration auf dem deutschen Energiemarkt ist seit der Liberalisierung auf dem Strommarkt kurz vor der Jahrtausendwende bereits ausgesprochen groß: Zusammen mit Vattenfall und EnBW kommen die beiden größten deutschen Energiekonzerne auf rund 80% des Marktes, weshalb oft von einem Oligopol gesprochen wird. Den Rest teilen sich laut der Verbraucherzentrale 60 regionale Versorger, 25 größere Stadtwerke, 700 mittlere und kleinere Stadt- und Gemeinde-Werke, 100 kleinere private Lokal-Versorger und 150 Händler und Ökostromanbieter. Dabei halten die großen vier Verbundunternehmen an einer Vielzahl dieser Stadtwerke große Beteiligungen und verfügen auch über eine Reihe von Stromanbietern als Tochterunternehmen.

 

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