Energie & Umwelt

E.ON will mit Schiedsgericht günstigere Gaspreise gegen Gazprom durchsetzen

Der größte deutsche Energiekonzern E.ON (2010: Umsatz 94,8 Mrd. Euro, Ebit 11,2 Mrd., Gewinn nach Steuern 7,1 Mrd., Verbindlichkeiten 111,2 Mrd.) verhandelt derzeit mit dem russischen Gasmonopolisten Gazprom (Gewinnsprung 2010 um 24% auf 23,8 Mrd. Euro) über eine Preissenkung für russische Gaslieferungen. Laut E.ON-Chef Johannes Teyssen könne bei der Regelung der Preisfrage notfalls sogar ein internationales Schiedsgericht angerufen werden. Zunächst soll jedoch weiterverhandelt werden, allerdings könne sich die Situation ergeben, „in denen man Fragen streitig klären muss“. Als Hauptkritikpunkt gilt dabei die Preisbildungsformel, nach der der Gaspreis zeitlich versetzt an die Weltmarktpreise für Erdöl gebunden ist. Derzeit ist dadurch der langfristig vertraglich vereinbarte Gaspreis in der Regel deutlich höher als die aktuellen Preise auf dem Spot-Markt. Europa will diese Preisbildungsformel ändern und die Preise vom Spot-Markt ausgehend interaktiver gestalten. So hatte auch das deutsche Bundesgerichtshof bereits im März 2010 die Öl-Gas-Preisbindung gekippt. Deutschlands wichtigste Gas-Lieferanten, so auch Russland, liefern allerdings gemäß den bestehenden vertraglichen Vereinbarungen weiterhin Gas, dessen Preis ans Öl gekoppelt ist.
Experten gehen nun davon aus, dass Gazprom in einem Kompromiss einem Preisnachlass zustimmen könnte. Anscheinend konnte E.ON genügend Materialien sammeln, um die eigene Position auch vor einem Schiedsgericht untermauern zu können.

 

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