Energie & Umwelt

Erdöl-Nachrichten aus der KW 11

Japan will Ölversorgung bis Ende März wiederherstellen
Japan ist als rohstoffarme Insel und zugleich drittgrößte Volkswirtschaft der Erde auf enorme Energie- und Rohstoffimporte angewiesen. Daher auch der vergleichsweise hohe Anteil an Atomenergie (54 AKWs, zwei weitere im Bau), um sich strategisch unabhängiger zu machen, zumal das Verhältnis mit den Nachbarn Jahrzehnte lang angespannt war. Das Gesamtpotenzial der japanischen Ölindustrie ist im Zuge des verheerenden Erdbebens und der folgenden Tsunami von 4,51 Mio. Barrel vor der Naturkatastrophe auf 2,7 Mio. Barrel pro Tag zurückgegangen. Laut dem Chef der japanischen Petroleum Association soll die Tagesproduktion bereits Ende März wieder auf 3,4 Mio. Barrel steigen, was den täglichen Bedarf des Landes decken könnte.

 

Libyen will weiterhin alle Ölverträge erfüllen
Der Libysche Vizeaußenminister Khaled Kaim hat versichert, das derzeitige Regime Gaddafi des nordafrikanischen Bürgerkriegslands werde alle früher mit westlichen Ölfirmen geschlossenen Förder- und Lieferverträge erfüllen. Die aktuelle Krise könne jedoch die Zusammenarbeit beeinträchtigen. Den Abschluss neuer Verträge sieht der Vizeaußenminister in einer weiteren Etappe der Zusammenarbeit für möglich. Dabei würden die jüngsten Ereignisse in Libyen darin ihren Niederschlag finden. Seit dem Ausbruch der Unruhen und bürgerkriegsähnlichen Ausschreitungen ab dem 15. Februar ist die Ölförderung mindestens um zwei Drittel von 1,58 Mio. Barrel pro Tag auf 500.000 Barrel eingebrochen.
Libyen verfügt mit 44,3 Mrd. Barrel über die größten Ölreserven in Afrika, mehr noch als Nigeria und Angola (derzeit kostet ein Barrel rund 100 Dollar). Die Förderung des enormen Reichtums lag zu Beginn der 40-jährigen Herrschaft Gaddafis mit rund 3 Mio. Barrel pro Tag sogar noch fast doppelt so hoch wie 2010 (jahrzehntelange Isolation und niedrigere Explorationsausgaben).

 

Shell will 71 Mrd. Euro innert 5 Jahren investieren
Der britisch-niederländische Energieriese Royal Dutch Shell will in den nächsten fünf Jahren rund 71 Mrd. Euro in neue Energieprojekte investieren. Dadurch soll die Ölfördermenge bis 2014 um zwölf Prozent auf 3,7 Mio. Barrel pro Tag steigen. Grund sei die steigende Nachfrage aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Investitionen betreffen noch in diesem Jahr Katar und Kanada, sowie innerhalb der nächsten zwei Jahre Australien, Malaysia, Kanada and im Golf von Mexiko. Aufgrund des im Jahresverlauf 2010 stark gestiegenen Ölpreises konnte Shell seinen Nettogewinn auf 18,6 Mrd. Dollar verdoppeln.

 

Südkorea sichert sich für 100 Mrd. Dollar Öl aus Abu Dhabi
Die rohstoffarme Halbinsel Südkorea sichert sich mit einem Rekordgeschäft seinen Zugriff auf das Öl im Nahen Osten. Mit dem Emirat Abu Dhabi wurde eine Absichtserklärung gezeichnet, die Seoul den Zugriff auf mindestens 1 Mrd. Barrel Rohöl sichert – das entspricht 100 Mrd. Dollar nach derzeitigen Ölpreisen. Südkorea ist der fünftgrößte Rohölimporteur der Welt und aufgrund seiner Lage und wenig eigener Rohstoffe fast vollständig von den Einfuhren abhängig (Jahresverbrauch: 795 Mio. Barrel). Zur Verringerung der strategischen Abhängigkeit setzt Südkorea stark auf Atomenergie: 21 AKWs sind bereits ans Netz angeschlossen, fünf weitere befinden sich derzeit im Bau.

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