Management

Erfolgsfaktor Mittelstand – Interview mit Ralf Gabriel, Inhaber von Gabriel.management

Im Vorfeld des Isarnetz, die Münchner WebWoche, die vom 07. bis 13. Mai 2012 in München statt findet, wird in der Interviewreihe "Erfolgsfaktor Mittelstand" mit ausgewiesene Experten, Praktiker und Dienstleistern über deren Erfahrungen und Ansätze im Mittelstand sowie Lösungen für den Mittelstand gesprochen.

Das neunte Interview dieser Gesprächsrunde wurde mit Ralf Gabriel geführt, Inhaber von Gabriel.management, einem Unternehmen, das sich auf die Themen Interim Management, Projektmanagement und Unternehmensgesundheit spezialisiert hat.

 

Guten Tag Herr Gabriel, stellen Sie sich doch bitte kurz vor.

Mein Name ist Ralf Gabriel. Ich bin Inhaber von Gabriel.management, einem Unternehmen, das sich auf die Themen Interim Management, Projektmanagement und Unternehmensgesundheit spezialisiert hat. Seit bald zehn Jahren betreuen wir überwiegend mittelständische Unternehmen, die global aufgestellt sind. Wir sind ein Team aus erfahrenen Interim Managern, Projektmanagern und Gesundheitsexperten. Alle unsere Leistungen und Angebote stehen unter einer gemeinsamen Mission: „Unternehmen und Menschen leistungsfähig halten“.

Was bedeuten für Sie Erfolgsfaktoren des Mittelstandes?

Ich sehe in der Unternehmensgesundheit einen zentralen Erfolgsfaktor für den Mittelstand. Unternehmensgesundheit ist in meinem Verständnis allerdings bei weitem nicht nur das bereits vielerorts eingeführte betriebliche Gesundheitsmanagement – mit Gesundheitskursen, gesundem Essen in der Kantine, Betriebssport und Yoga. Unternehmensgesundheit ist eine ganzheitliche Management- und Unternehmensaufgabe, die Prozesse und Projekte, Führung und Menschen umfasst. Wie sehen zum Beispiel die Arbeitsbedingungen aus, in denen Führungskräfte arbeiten, Projekte planen und umsetzen? Sind die Ziele erreichbar und gibt es klare Prioritäten? Wird an die operativen und emotionalen Auswirkungen gedacht, die Menschen erleben, wenn sie von einem Veränderungsprojekt betroffen sind. Wie sieht es mit der Zusammenarbeit in Abteilungen aus? Studien belegen, dass Mitarbeiter, die zufrieden im Unternehmen sind und passende Voraussetzungen für ihr Arbeiten vorfinden, bedeutend leistungsfähiger sind und auch viel seltener krank werden. Und nicht nur das: Unternehmen, die auf die Unternehmensgesundheit konsequent achten, binden auch ihre Mitarbeiter stärker und sind bedeutend wettbewerbsfähiger. Der ROI, also die Rendite der Investition beträgt unabhängigen Studien zufolge mindestens 1:5.

In welchen Bereichen unterstützen Sie diese Erfolgsfaktoren?

Unsere Herangehensweise an das Thema Unternehmensgesundheit ist ganzheitlich, das heißt, es werden grundsätzlich alle Bereiche betrachtet, die direkt oder indirekt zur Zufriedenheit und Leistungssteigerung im Unternehmen und im Job beitragen. Konkret heißt das: Wir machen eine effiziente Analyse der Prozesse im Unternehmen sowie der Werte und Ziele, die Führungskräfte verfolgen und ihren Mitarbeitern weiter geben. Sind diese passend und realistisch für den Unternehmenserfolg? Sorgen diese für Reibungsverluste und haben sie direkten negativen Einfluss auf die Menschen? Das Projektmanagement ist darüber hinaus ein wichtiger Stellhebel im Bereich Gesundheitsmanagement. Stimmt die Herangehensweise? Ist eine Optimierung möglich? Lassen sich Ableitungen von anderen Unternehmen treffen? Und natürlich vergessen wir auch die eigentliche Mitarbeiter-Fitness nicht. Wie sieht es mit der Burnout-Prävention aus? Welche Wege der Stressbewältigung gibt es?

 

Wie sieht dabei Ihr Ansatz aus?

Wenn wir in und für Unternehmen arbeiten, achten wir darauf, die Balance zwischen Erfolg, Effizienz und Belastung des Einzelnen in Einklang zu bringen. Es kann nicht sein, alles für den Mitarbeiter zu tun, dabei aber die Wirtschaftlichkeit und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu gefährden. Um Veränderungen schnell und nachhaltig zu erzielen, konzentrieren wir uns auf die Haupthebel und Hauptprobleme. Nichts desto trotz bleibt natürlich der Mensch das Leitbild für unser Handeln.

Welche Tools nutzen Sie heute hierfür?

Für das, was wir tun, haben wir klare Regeln und Projektmanagement-Vorgaben. Das heißt: Wir erstellen für jeden Bereich, also Prozesse, Projekte, Führung und Mitarbeiter, spezielle Analysen, die wir als individuelle Fitnessräder betrachten. Sie stellen für uns die Basis für Optimierung und Verbesserungen dar. Die gefundenen Erfolgsfaktoren werden dann bestimmt, Ziele festgelegt und Maßnahmen zur Umsetzung erarbeitet. Dabei sind regelmäßige Checkpoints, in denen die Veränderungen verankert werden, Grundlage unseres Handelns. Trainings und Workshops, zum Beispiel zum Thema Projektmanagement ergänzen unser Portfolio. Ende Juni bieten wir einen eineinhalbtägigen Projektmanagement-Intensiv-Workshop an.

Inwieweit setzen Sie diese Erfolgsfaktoren auch für Ihr eigenes Unternehmen ein?

Natürlich sind die Maßnahmen und Kriterien, die wir anderen Unternehmen vorschlagen, auch Grundlage für unser eigenes Handeln. So sind wir zum Beispiel auch nach Projektmanagement-Standards zertifiziert.

Was sind für Sie die wichtigsten Erfolgsfaktoren im Mittelstand?

Das enge Zusammenspiel zwischen Unternehmenserfolg, Projekterfolg und Mitarbeitergesundheit.

Was möchten Sie anderen Unternehmern und Managern zum Thema Erfolgsfaktoren mitgeben?

Ich möchte dazu auffordern, sich noch bewusster mit den Fragen der Unternehmensgesundheit zu beschäftigen. Nach meiner Erfahrung ist das Thema noch viel zu wenig im Bewusstsein der Führungskräfte. Wie wichtig gerade jedoch die Beschäftigung mit den Prozessen ist, zeigen die Erfahrungen mit Burn-out-Fällen. Häufig kommen Mitarbeiter nach einer längeren Auszeit in den Betrieb zurück und fallen trotz Wiedereingliederungsmaßnahmen und Gesundheitstipps rasch wieder aus. Kein Wunder, schließlich hat sich meistens an den stresserzeugenden Prozessen und Strukturen nichts geändert.

Herr Gabriel, vielen Dank für das interessante Gespräch.

Das Interview führte Lutz Steffen (MUK-IT) und Oliver Foitzik (Herausgeber AGITANO / Geschäftsführer FOMACO GmbH).

 

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