Kolumnen

Erneuerbar statt atomar

Ein Atomkraftwerk, das nicht mehr zu kontrollieren ist, gleicht einer Atombombe. In Japan wurden  1945 die ersten beiden Atombomben in der Menschheitsgeschichte abgeworfen – am 6. August auf Hiroshima und drei Tage später auf Nagasaki. In Hiroshima verglühten 140.000 Menschen in wenigen Tagen und in Nagasaki 80.000.

 

Die Bürgermeister beider Städte luden mich vor einigen Jahren zu Vorträgen ein. Mein Thema: „Vom Atomzeitalter zum Solarzeitalter“. Nach meinem Vortrag in Nagasaki sagte mir der Bürgermeister, dass über 60 Jahre nach dem Bombenabwurf noch jedes Jahr 3.000 Menschen an den Folgen der Verstrahlung sterben – auch Kinder, welche die Folgen der Verstrahlung von ihren Eltern geerbt haben. So lange also wütet die atomare Pest. Und noch viele Jahre weiter.

 

Das Thema atomares Restrisiko haben viel zu viele viel zu lange verdrängt. Aber jetzt zeigt sich, dass alles, was technisch passieren kann, auch irgendwann einmal passiert.

 

Wir werden weltweit endlich lernen müssen, dass es keine „friedliche Nutzung“ der Kernenergie gibt. In Japan haben jetzt gleich vier Reaktoren eine Kernschmelze. Die Atompolitik hat sich endgültig als kollektiver Irrweg erwiesen. Die Frage ist nun: Schaffen wir jetzt eine erneuerbare Energiepolitik  oder verstricken wir uns weiter in der atomaren Selbstzerstörung?

 

In Deutschland bestreitet ja niemand mehr, dass der 100-prozentige Umstieg auf erneuerbare Energie nötig und möglich ist. Gestritten wird aber in den nächsten Wochen mit Sicherheit über das Tempo des Umstiegs vom Atom- und Öl- ins Solarzeitalter. In Japan durfte ich mal eine wissenschaftliche Studie vorstellen, die besagt, dass für dieses Inselreich der Umstieg auf erneuerbare Energien zu 100% in 50 Jahren möglich ist.

 

Japan hat unendlich viel Sonne – und zwar im ganzen Land und an seiner Westküste sehr viele Möglichkeiten, die Windenergie zu nutzen und zwar an Land und unmittelbar vor seiner Küste. Wir in Deutschland sind technologischer Weltführer bei Solartechnik, bei Windrädern und bei Biogasanlagen.

 

In Deutschland könnte deshalb der Umstieg auf 100% erneuerbar  sogar noch weit schneller erfolgen. Wie und in welcher Zeit – das wollen wir in dieser Serie weiter untersuchen.

 

Quelle: © Franz Alt 2011

 

 

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