Alte Energiewirtschaft

Erneuerbare für 5 Cent oder Kernenergie für 50 Cent … ? Adäquate Versicherung würde Atomstrom unbezahlbar machen

Kommentar von Prof. Dr. Christian von Hirschhausen, Forschungsdirektor Internationale Infrastrukturpolitik und Industrieökonomie Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin): „Erneuerbare für 5 Cent oder Kernenergie für 50 Cent … ?“ Der Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder:

Es erscheint grotesk: Da wird seit Monaten ein Medienzauber um die Erhöhung der EEG-Umlage getrieben, welche am 15. Oktober nun offiziell verkündet wurde. Dabei handelt es sich um den Betrag, den private Stromkunden voraussichtlich im Jahr 2013 zusätzlich als Kompensation für die Einspeisung erneuerbarer Energien zahlen müssen (während Großverbraucher von dieser Zahlung ausgenommen sind). Nun wissen wir es, der Betrag liegt bei etwas über fünf Cent, sicherlich nicht unerheblich, aber im Vergleich zu anderen Ausgabepositionen doch eher ein mäßiger Posten.

Dagegen wird wesentlich weniger Aufhebens um die Ankündigung von EU-Energiekommissar Oettinger gemacht, die jedoch einen wesentlich größeren Kostenschub für Strompreise zur Folge haben und mittelfristig das Ende der Kernenergie in Europa zeitigen dürfte: die Versicherungspflicht für Kernkraftwerke. Diese längst überfällige Forderung – bis heute ist kein Kernkraftwerk in Europa oder weltweit adäquat gegen Schäden versichert – dürfte dann auch den wahren Kostenvergleich zwischen Kernkraft und Erneuerbaren aufdecken, geht eine erste Studie doch bei der Versicherung von Kernkraft von 50 Cent pro Kilowattstunde aus, circa das Zehnfache der EEG-Umlage 2013!

Der vollständige Kommentar im DIW-Wochenbericht 42/2012 | PDF, 103.96 KB

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Marc Brümmer

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