Energie & Umwelt

Erster Offshore-Windpark eingeweiht – Bahn bietet sein Stromnetz an

Die Offshore-Windkraft steckt in Deutschland bislang noch in den Kinderschuhen. Nun wurde mit Baltic 1 der erste rein kommerzielle Offshore-Windpark in Deutschland eröffnet. 16 Kilometer vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst (Ostsee) erzeugen die 21 Windkraftanlagen des Energieversorgers EnBW rund 50 MW Strom, das entspricht dem Verbrauch von 50.000 Haushalten. Ein zweiter Ostsee-Windpark von EnBW vor Rügen soll mit 80 Windkraftanlagen ab 2013 Strom für weitere rund 340.000 Haushalte erzeugen. Die Investitionen liegen zusammen bei 1,2 Milliarden Euro. Erst vor einem Jahr hatte Bundesumweltminister Norbert Röttgen das Offshore-Testgebiet „Alpha Ventus“ mit zwölf Windrädern in der Nordsee eingeweiht (60 MW). Beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) liegen insgesamt Anträge für weitere 56 Windparks in der Nordsee mit einer maximalen Gesamtleistung von mehr als 20 Gigawatt vor. Zur Lösung des Problems der fehlenden Stromtrassen hat sich nun erneut die Deutsche Bahn ins Spiel gebracht: Sie bietet die Nutzung ihres bisher exklusiv genutzten Stromnetzes aus 7.800 Kilometer Hochspannungsleitungen zum Transport von regenerativ erzeugter Energie an. Auf Einladung der Bundesnetzagentur fand hierzu ein weiteres Treffen der Vertreter des Wirtschafts- und Verkehrsministeriums, der Bahn, des Eisenbahn-Bundesamts und der Betreiber von Stromnetzen statt. Eine vollständige Integration des Bahnstromnetzes in die anderen Leitungsverbünde sei durchaus möglich. So heißt es aus Bahnkreisen: „Alles ist möglich, wenn für die Bahn keine zusätzlichen Kosten entstehen.“ Eine Machbarkeitsstudie soll dies nun erörtern. Laut einem internen Papier der Bahn vom Herbst 2010 würde sich die Kosten für einen Ausbau des bahneigenen Stromnetzes auf bis zu 2,5 Milliarden Euro belaufen. Das ist nur ein Bruchteil der bisher geschätzten Kosten für einen Ausbau des Stromnetzes um bis zu 3.600 Kilometer. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hatte den Investitionsbedarf für neue Stromnetze bislang auf bis zu 40 Milliarden Euro geschätzt.

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