Energie & Umwelt

Erstes High Level Meeting der Afrika-EU Energie Partnerschaft

Am 14. September haben sich mehr als 300 Entscheidungsträger von über 60 Delegationen aus Afrika und Europa auf dem ersten High Level Meeting der Afrika-EU Energie Partnerschaft in Wien getroffen. Durch die Verhandlungen soll eine neue Ära für Industrie, Wirtschaft und wirtschaftliche Kooperation zwischen Afrika und Europa eingeläutet werden. Vertreten waren 25 Minister, Gudrun Kopp, die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), und die EU Kommissare Günther Oettinger und Andris Piebalgs.

Ziel der im Dezember 2007 ins Leben gerufenen Partnerschaft ist es, die Erneuerbaren Energien in Afrika zu fördern und bis 2020 weiteren 100 Millionen Afrikanern Zugang zu moderner und nachhaltiger Energie zu ermöglichen. Die diesbezügliche Infrastruktur in Afrika ist schlecht ausgebildet: Drei Viertel der Menschen im Afrika südlich der Sahara leben immer noch ohne Elektrizität und in vielen Ländern des Kontinents haben weniger als 10 Prozent der ländlichen Bevölkerung überhaupt Zugang zu Energie.

Deutschland ist laut Kopp vorne mit dabei, Know-how für die Entwicklung in Afrika einzubringen. Über 800 Millionen Euro investiert die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in afrikanische Energieprojekte. Besonderes Augenmerk für eine sichere und nachhaltige Energieversorgung liege dabei auf überregionalen Netzwerken zwischen den Ländern.

In der verabschiedeten Erklärung wurden klare Ziele gesetzt: Bis 2020 soll weiteren 100 Millionen Menschen in Afrika der Zugang zu Energie ermöglicht werden, die Energiesicherheit soll erhöht, der Energiehandel verstärkt und die Erneuerbaren Energien ausgebaut werden. Für letzteres sind zusätzliche 10.000 Megawatt Strom aus Wasserkraft, 5.000 Megawatt aus Windenergie und 500 Megawatt Solarenergie vorgesehen (ein modernes AKW hat rund 1.500 Megawatt Leistung). Dieser Baustein wird durch das neue Afrika-EU Kooperationsprogramm zu erneuerbaren Energien (RECP) ergänzt, das den Technologie- und Wissenstransfer im Bereich regenerativer Energien fördert. EU-Kommissar Oettinger betonte, dass das Potenzial Afrikas gerade bei erneuerbaren Energien enorm sei. In diesem Zusammenhang verwies er auch auf das Projekt Desertec, das aus der Wüstensonne gewonnenen Strom nach Europa bringen soll. Etwa 15 Prozent der europäischen Stromversorgung und ein Großteil des Strombedarfs der Anrainer ließen sich damit decken (Kosten: 400 Mrd. Euro).

Die Ergebnisse des Treffens sollen in den Aktionsplan des EU-Afrika Gipfels Ende November 2010 in Lybien einfließen. Um die Ziele der Energiepartnerschaft zu erreichen, soll auch die bestehende Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren (PPP / public private partnership) weiter ausgebaut werden.

Das detaillierte Programm und Hintergrundinformationen finden Sie hier.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.