Erneuerbare Energien

Erstmals Nachhaltigkeitspreis an deutsche Städte verliehen

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wird gemäß der Definition der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (WCED) der Vereinten Nationen aus dem Jahr 1987 unter der Leitung der norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland verwendet. Die Kommission hatte erstmals das Leitbild einer „nachhaltigen Entwicklung“ geprägt, worunter eine Entwicklung verstanden wird, „die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.“

Ideengeschichte einer nachhaltigen Entwicklung

In Europa tauchte die Idee einer nachhaltigen Entwicklung bereits in der Forstwirtschaft des Mittelalters auf. In einer Forstordnung des Elsaser Klosters Mauermünster aus dem Jahr 1144 wurde festgelegt, dass fortan nicht mehr Holz geschlagen werden dürfe als nachwachse. Allerdings auerte es freilich noch über 600 Jahre bis sich das Nachhaltigkeitsprinzip innerhalb der Forstwirtschaft schließlich durchsetzte.

Nachhaltigkeit als Wirtschaftsfaktor

Inzwischen ist auch die ökonomische Relevanz der Nachhaltigkeit unbestritten. Denn für natürliche Ressourcen gilt: Verbraucht man diese nicht verhältnismäßig, schadet das in absehbarer Zeit der wirtschaftlichen Entwicklung. Ist zum Beispiel die Atemluft durch den Ausstoß von CO2 irgendwann vergiftet, so gäbe es für die Menschen keinen noch so großen wirtschaftlichen Nutzen, der die Folgen einer derartigen Umweltverschmutzung ausgleichen könnte. Analoges gilt auch für den Verbrauch wichtiger aber endlicher Ressourcen etc.

Der deutsche Nachhaltigkeitspreis

Bereits seit 2008 wird nun mehr jährlich der Deutsche Nachhaltigkeitspreis (DNP) an nachhaltig agierende Unternehmen verliehen.In diesem Jahr kam nun erstmals auch die Auszeichnung von nachhaltig agierenden Stäten und Gemeinen hinzu. Der Preis wird von der Initiative der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, dem Rat für Nachhaltige Entwicklung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvertretern, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen ausgerichtet.

Der DNP will dadurch Kommunen zu nachhaltigem Handeln motivieren und sie dabei unterstützen, die Bedeutung von nachhaltiger Entwicklung der Öffentlichkeit gegenüber noch deutlicher zu betonen. Die Auszeichnung soll zeigen, dass nachhaltiges Handeln sowohl soziale als auch ökologische Probleme im großen und kleinen Maßstab löst und vor allem auch ökonomische Wettbewerbsvorteile schafft.

Kategorien und Preisträger:

„Deutschlands nachhaltigste Großstädte 2012“
– Stadt Augsburg
– Stadt Freiburg im Breisgau
– Stadt Leipzig

„Deutschlands nachhaltigste Städte mittlerer Größe 2012“
– Stadt Ludwigsburg
– Stadt Neumarkt i. d. Oberpfalz
– Stadt Pirmasens
– Stadt Tübingen

„Deutschlands nachhaltigste Kleinstädte und Gemeinden 2012“
– Gemeinde Alheim
– Samtgemeinde Barnstorf
– Stadt Pfaffenhofen a. d. Ilm
– Stadt Wunsiedel

„Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2012 (Governance & Verwaltung)“
– Stadt Augsburg
– Stadt Solingen
– Gemeinde Wennigsen (Deister)

„Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2012 (Klima & Ressourcen)“
– Gemeinde Alheim
– Bundesstadt Bonn
– Gemeinde Saerbeck

„Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2012 (Lebensqualität & Stadtstruktur)“
– Stadt Bottrop
– Stadt Leipzig
– Stadt Pfaffenhofen a. d. Ilm

Sonderpreis der Deutschen UNESCO-Kommission „Bildung für nachhaltige Entwicklung“
– Stadt Gelsenkirchen
– Freie und Hansestadt Hamburg
– Stadt Neumarkt i. d. Oberpfalz

Weiterführene Informationen:

Die Begründung der Jury zu den Preisträgern sowie umfangreiche Hintergrundinformationen zum Deutschen Nachhaltigkeitspreis finden Sie hier.

(mb)

 

Marc Brümmer

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