Energie & Umwelt

Erwärmung der Arktis verändert die Luftzirkulation der Nordhalbkugel:

Die Erwärmung der Arktis schreitet weiter voran. In den Jahren 2009/2010 hat das arktische Sommer-Eis den drittniedrigsten Stand seit Beginn der Messungen erreicht. Geringere Werte gab es nur 2007 und 2008. Der Jahresbericht „Artic Report Card“ der amerikanischen Ozeanographie- und Atmosphärenbehörde im Auftrag der US-Regierung hat nun die Auswirkungen auf das Wetter der ganzen Nordhalbkugel ausgerechnet. Die Studie ergab weiter, dass die Dauer, in der Grönland von Schnee bedeckt war, auf ein Rekordminimum sank und die durchschnittliche Eisdicke weiter abnimmt. Dies hat allerdings eine positive Rückkopplung zur Folge: Schnee und Eis reflektieren das Sonnenlicht besser als das dunklere Wasser. Je mehr Wasser also nicht von Eis bedeckt ist, desto schneller wärmt sich die Region auf. Die höheren Lufttemperaturen in der Arktis verändern nun laut der Studie auch die Luftzirkulation in den Süden. Es bestehe ein Zusammenhang zwischen dem extrem kalten und schneereichen Wetter der vergangenen Winter auf der Nordhalbkugel und den veränderten Winden in der Arktis.

Parallel hierzu haben Wissenschaftler vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) die Energiemenge in der Atmosphäre analysiert und deren Auswirkungen auf die Intensität von Stürmen errechnet. Das Ergebnis: Die mittleren Breiten der Nordhalbkugel werden im Winter von besonders heftigen Unwettern heimgesucht, im Sommer droht dagegen häufiger eine Flaute (Smoggefahr für Großstädte). Auf der Südhalbkugel werden hingegen ganzjährig heftige Stürme zunehmen. Hintergrund ist, dass wenn sich eher die untere Luftschicht aufwärmt, so zirkuliert die Luft stärker. Auf der Nordhalbkugel hingegen erwärmen sich im Sommer vor allem die oberen Schichten, was dann die Luftmassen stabilisiert.
 

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