Wirtschaft

EU-Finanzmarktreform, Chemieindustrie, Maschinenbau

EU will spekulative Finanzprodukte besser kontrollieren:
Die EU-Kommission will den Missbrauch mit spekulativen Finanzprodukten erschweren. Zwei neue Verordnungen sehen als Teil der Finanzreform und des Finanzaufsichtspakets der Europäischen Union strengere Regeln für Derivate sowie ungedeckte Leerverkäufe und Kreditausfallversicherungen vor. Leerverkäufe bleiben jedoch mit Auflagen erlaubt. Die Vorlagen müssen noch vom EU-Parlament und dem Rat der Mitgliedstaaten verabschiedet werden. Ein Kernansatz ist auch eine verstärkte Transparenz: Die Finanzmarktakteure müssen nach dem Willen der EU-Kommission künftig sagen, wer sie sind, wann sie was tun und mit welchen Produkten sie arbeiten. Derivate sollen künftig über eine zentrale Abwicklungsstelle verarbeitet werden, die einzelne Ausfälle auffangen soll, ein Transaktionsregister soll für mehr Transparenz sorgen. Die neue europäische Wertpapieraufsicht ESMA soll dabei als Aufsichtsbehörde agieren. Ziel ist es, den gigantischen außerbörslichen Handel mit Derivaten zu vereinheitlichen und an die Börse zu bringen. Der undurchsichtige und bislang kaum regulierte Derivatehandel gilt als Hauptursache für die Finanzkrise. Bei Leerverkäufen und Kreditausfallversicherungen (CDS, Credit Default Swaps) verfolgt die Kommission das Ziel, einen gemeinschaftlichen Rahmen für ein koordiniertes Vorgehen auf europäischer Ebene herzustellen. Die Schweiz ist bereits über reine Auflagen für Leerverkäufe hinausgegangen und hat seit März 2008 ungedeckte Leerverkäufe verboten.

 

Deutsche Chemieindustrie im Aufwind:
Der Verband der Chemischen Industrie hat aufgrund des starken zweiten Quartals seine Jahresprognose deutlich erhöht und erwarte nun im Gesamtjahr 2010 einen Anstieg der Produktion um 11% und eine Zunahme des Umsatzes um 18%. Noch im Juli war von Werten um 8,5% für den Produktionsanstieg und plus 10% für den Umsatz ausgegangen worden. Besonders die Nachfrage aus Asien und Südamerika habe sich deutlich besser entwickelt. Die Produktion erhöhte sich im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 1,5%, im Jahresvergleich um 14,2%. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal im Verglich zum Vorquartal um 5,2%, im Jahresvergleich um 22,7%, auf rund 41,6 Milliarden Euro. Die Kapazitätsauslastung liegt derzeit bei 85,6% (1. Quaral 2009: 71,7%).

 

Maschinenbau im Aufschwung:
Die Aufträge für den deutschen Maschinenbau legten den sechsten Monat in Folge im zweistelligen Bereich zu und wuchsen allein im Juni um 48%. Dabei legten die Bestellungen aus dem Ausland um 54% zu, die aus dem Inland um 38%. Laut dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) ist es allerdings für eine Anhebung der Produktionsprognose für 2010 von plus 3% noch zu früh.

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