Wirtschaft

EU-Gipfel einigt sich auf Euro-Rettung

Auf dem EU-Gipfel in Brüssel haben sich die 17 Euro-Länder nach 10-stündigen Verhandlungen in den frühen Morgenstunden auf eine gemeinsame Linie verständigt. An den Verhandlungen war auch die Bankenbranche beteiligt. Die Finanzmärkte reagierten erleichtert, der Dax stieg um mehr als 3%, der Euro hob auf ein Sieben-Wochen-Hoch ab (1,3973 Dollar). Auch die Börsen in Asien-Pazifik reagierten durch die Bank erleichtert mit Zugewinnen.

Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder haben sich auf dem Sondergipfel auf einen lang erwarteten Schuldenschnitt für Griechenland in Höhe von 50% geeinigt. Damit soll die Schuldenlast des Mittelmeerlandes bis 2020 von 170% auf 120% reduziert werden. Laut Bundeskanzlerin Merkel steuere der Privatsektor rund 100 Milliarden Euro bei. Der öffentliche Sektor trage davon wiederum 30 Milliarden Euro als Absicherung neuer Anleihen, sowie zudem bis zu 100 Milliarden Euro an neuen Krediten. Zudem einigte sich der Gipfel darauf, den Euro-Rettungsfonds EFSF durch Hebel auf eine Schlagkraft von einer Billionen Euro zu erweitern

Der Analyst Jonathan Barratt von Commodity Broking Services kommentiert: „Die Blaupause liegt nun vor, aber es kommt alles nur kleckerweise zum Vorschein und nicht so klar, wie wir es uns erhofft haben. Aber es ist ein Schritt vorwärts und jeder Schritt hält den Optimismus aufrecht. Allerdings ist die Aufgabe zu groß, um eine Ende abzusehen, und sollte es zu Verzögerungen kommen, könnte der Markt rasch seine Zuversicht wieder verlieren.“

Es bestehen allerdings noch nach wie vor Unsicherheiten, wie der Rettungsschirm im Detail gehebelt werden soll und wie hoch die Kapitalausstattung der Banken ausfallen soll. Die grundsätzliche Einigung sorgte jedoch bereits für Optimismus. Laut der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) müssen sich die führenden Banken Europas rund 106 Milliarden Euro frisches Kapital als Puffer besorgen, um den vereinbarten Schuldenerlass zu verkraften. (Weitere Details auf der Onlineseite der Süddeutschen Zeitung: hier.)

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