Wirtschaft

EU-Parlament fordert einheitlichen Mindestlohn in der EU

Das EU-Parlament hat sich für einen einheitlichen Mindestlohn in der EU ausgesprochen und hat die EU-Kommission aufgerufen, eine entsprechende Richtlinie zu erarbeiten. Demnach soll der einheitliche Mindestlohn bei mindestens 60% des durchschnittlichen Einkommens der EU-Bürger liegen.

Bislang haben alle EU-Staaten einen eigenen Mindestlohn – bis auf Dänemark, Deutschland, Finnland, Italien, Österreich, Schweden und Zypern. Die Höhe der Mindestlöhne ist jedoch höchst unterschiedlich: Es führt Luxemburg (1.758 Euro), vor Irland (1.462 Euro) und Belgien (1.444 Euro). Schlusslichter sind Bulgarien (123 Euro) und Rumänien (158 Euro).

Das renommierte Schweizer Forschungsinstitut Prognos hat in einer Studie kürzlich belegt, dass die deutsche Volkswirtschaft – entgegen zahlreicher arbeitgebernaher Äußerungen, die das Lohndumping propagieren – erheblich von einem moderaten gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde profitieren würde. Allein der staatliche Haushalt würde mit sieben Milliarden Euro profitieren, hinzu käme noch der Kaufkraftzuwachs der betroffenen Arbeitnehmer mit weiteren stimulierenden Impulsen für die Binnennachfrage und damit das Wirtschaftswachstum. Derzeit würden der Studie nach in Deutschland enorme fünf Millionen Arbeitnehmer von einem Mindestlohn von gerade einmal 8,50 Euro profitieren. Bei unseren direkten Nachbarn liegt der Wert bereits darüber: In Belgien (8,58 Euro), den Niederlanden (8,74 Euro), Frankreich (9,00 Euro) und Luxemburg (10,16).

80 Millionen EU-Bürger (16%) haben 2010 unterhalb der Armutsgrenze gelebt, 42 Millionen Menschen litten an äußerstem Geldmangel und weitere 116 Millionen waren von der Armut bedroht.

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