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EU prüft territoriale Beschränkungen beim Pay-TV

Schon seit geraumer Zeit sind der Europäischen Kommission territoriale TV-Empfangsbeschränkungen ein Dorn im Auge. EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia hat dazu eine Untersuchung der größten europäischen Pay-TV-Anbieter angekündigt. Dabei werden vor allem das Wettbewerbsrecht von Verträgen sowie die Rechte für Verbraucher im Fokus stehen.

Regelungen auf dem Prüfstand

Die „absolute territoriale Exklusivität“, welche die großen Filmstudios wie Warner Bros oder Paramount Pay-TV-Unternehmen, darunter auch Sky Deutschland, versprechen, steht auf dem Prüfstand. Der oberste Wettbewerbshüter Europas versichert: „Wir stellen nicht die Möglichkeit in Frage, Lizenzen auf einer territorialen Basis zu vergeben oder versuchen Studios zu verpflichten, Rechte auf einer europaweiten Basis zu verkaufen.“

Werbeexperte Volker Nickel befürchtet dennoch einen Schnellschuss der Europäischen Kommission: „Ich warne davor, alle geltenden Regelungen wieder plattzumachen – die EU-Kommission macht gerne alles einheitlich“, verdeutlicht der Branchenkenner.

Kunden stehen im Vordergrund

Laut Almunia sollen jene Bestimmungen vorrangig behandelt werden, die reisende Kunden am Empfang hindern. „Ein Beispiel: Wenn Sie einen Pay-TV-Service in Deutschland abonniert haben und in Italien Urlaub machen, werden Sie die Filme, die von diesem Service angeboten werden, während des Urlaubs nicht ansehen können“, erklärt EU-Wettbewerbskommissar.

„Natürlich stehen die Kunden im Mittelpunkt“, bekräftigt Nickel. „Aber die Anbieter haben auch betriebswirtschaftliche Interessen, die erfüllt werden müssen. Auflagen im Zuge der Vereinheitlichung von Bestimmungen bringen den Anbietern meist mehr Beschwerlichkeiten als Erleichterungen.“

Freier Wettbewerb ist wichtig

Almunia weist darauf hin, dass der Europäische Gerichtshof entschieden hat, dass bei der Ausstrahlung von Fußballspielen die absolute territoriale Exklusivität den Wettbewerb behindert. Das könnte auch bei oben genanntem Beispiel der Fall sein.

„Pay-TV wird nicht in der Form bestehen bleiben, die es jetzt hat – aber Pay-TV entwickelt sich trotz aller Unkenrufe weiter, genauso wie das Bewusststein, dass man für eine Leistung Geld bezahlen muss“, meint Nickel abschließend, auch in Hinblick auf Paid Content im Internet.

(pte)

Christoph Schroeder

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