Wirtschaft

EU-Steuerparadise heben Quellensteuer auf Zinserträge von 20% auf 35% an

Steuerkriminelle haben zusehends schlechte Karten: Auf CDs werden ihre Namen von frustrierten Bankangestellten dem Fiskus zugeführt, im Zuge der Bekämpfung der Finanzierungsquellen des Terrorismus werden allmählich Schritt für Schritt die Steueroasen zur Kooperation gezwungen (allerdings natürlich nicht die weltgrößte, Delaware in den USA, und auch nicht die britschen, wie die City of London) und im Zuge der klammen Staatskassen aufgrund der Milliardenrettungen während der Finanzkrise erinnern sich auch die Finanzämter verstärkt ihrer flüchtigen Steuerbetrüger – Stichwort: Steuergerechtigkeit. Ab dem 1. Juli wird nun einen weiteren Schritt in diese Richtung getätigt. Die Grundlage hierfür liegt in einer EU-Richtlinie aus dem Jahr 2003, die besagt, dass einmal im Jahr automatisch Informationen über gezahlte Zinsen an das Finanzamt des Landes, in dem der Anleger seinen Wohnsitz hat, übermittelt werden müssen. Dagegen hatten sich Luxemburg, Österreich, Belgien und das Nicht-EU-Mitglied Schweiz gewehrt. Statt dessen erheben diese Staaten eine Quellsteuer auf die Zinszahlungen. Davon werden 75 Prozent an das Heimatland überwiesen, 25 Prozent werden behalten. Diese EU-Quellsteuer wird nun von 20 Prozent auf 35 Prozent angehoben. Dies gilt für die Staaten Österreich, Luxemburg, Andorra, Liechtenstein, Monaco, San Marino, Guernsey, Britische Jungferninseln, Jersey, Turks- und Caicosinseln sowie für die Schweiz. Die anderen EU-Länder und Anrainerstaaten müssen keine EU-Quellensteuer erheben, weil sie sich am automatischen Informationstausch für die Steuerämter beteiligen.

Laut dem Luxemburger Finanzminister Luc Frieden ist die Quellsteuer ein effizienter Weg, um die Steuersysteme zu vereinfachen und für Steuergerechtigkeit zu sorgen. Die Erfahrungen mit der Quellensteuer in den vergangenen sechs Jahren seien durchweg positiv. „Diese Erfahrungen sollten auf EU-Ebene mehr Berücksichtigung finden“. Die Luxemburger Bankenvereinigung ABBL spricht sogar dafür aus, die Steuer in der Höhe anzusetzen, die der Kunde auch Zuhause bezahlen muss.
 

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