Energie & Umwelt

EU-Studie | Europas Böden akut geschädigt, Besserung nicht in Sicht:

Die Gemeinsame EU-Forschungsstelle (JRC) Ispra hat den ersten Europäischen Bodenatlas zur Biodiversität vorgelegt, mit drastischen Berichten über den Zustand der Böden. Mehr als ein Drittel der Fläche hat einen bedrohten und sehr kritischen Zustand. Weite Flächen Großbritanniens, der Beneluxstaaten, Osteuropas, Nordfrankreichs und Nordostdeutschlands werden als extrem belastet bewertet. In Südeuropa ist die Versteppung (Desertifikation) akut und wird durch den Klimawandel noch verschärft. Aber auch in Nordostdeutschland vertrocknen die Böden, der Humus geht zurück und die Ackerkrume wird vom Wind weggetragen. Größtes Problem ist jedoch die intensive Landwirtschaft und die dadurch verursachte Vergiftung der Böden durch den Eintrag von Düngern, Pestiziden und Fungiziden. Die durch den Klimawandel verursachten geringeren Niederschläge, ansteigenden Temperaturen und Waldbrände sorgen für weiteren Stress in der Bodenfauna. EU-Umweltkommissar Janez Potocnik warnt: „Die Verschlechterung der Bodenqualität in den letzten Jahrzehnten gefährdet zunehmend unsere Nahrungsquellen, die Luftqualität und sauberes Trinkwassser“. Eine entsprechende EU-Bodenschutzrichtline liegt seit Jahren auf Eis. Eine Reform der Agrarsubventionen hin zu einer Besserstellung nachhaltiger Landwirtschaft und weg von einer reinen Unterstützung nach Betriebsgröße, könnte zudem viel bewirken, wird aber von dem deutschen Landwirtschaftsministerium um Ilse Aigner im Schulterschluss mit Frankreich hartnäckig blockiert.

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