Finanzmarkt

EZB-Leitzins: Wenn schon Kredit, dann jetzt!?

Bild der EZB-Zantrale in Frankfurt am Main, EZB senkt Leitzins und macht den Kredit so billig wie nie

Der viel diskutierte Brexit* hat anscheinend auch sein Gutes. Jedenfalls für diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, einen Kredit aufzunehmen. So gehen Ökonomen davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) aufgrund der Unsicherheiten nach dem Brexit–Votum ihre Politik des billigen Geldes nicht nur beibehalten, sondern gar ausweiten könnte. Im Folgenden verraten wir, ob – und falls ja – welchen Einfluss dies auf die deutsche Kreditwirtschaft haben könnte.

Kredit und Zins – teils Unterschiede von vier Prozent möglich

Vom kurzfristigen Liquiditätsproblem bis hin zur Finanzierung eines Eigenheims. Die Liste an Gründen, warum Menschen einen Kredit aufnehmen müssen ist lang. Die meisten gehen hierzu zu ihrer Hausbank. Dort nehmen sie einen Kredit auf. Zum Beispiel einen Betrag in Höhe von 10.000 Euro. Diesen müssen sie innerhalb eines vertraglich festgelegten Zeitraums, zum Beispiel innerhalb von zwölf Monaten, zurückbezahlen. Allerdings fallen hierfür noch Zinsen an. Zum Beispiel in Höhe von zwei Prozent. Wer also am 01.01.2016 einen Kredit in Höhe von 10.000 Euro mit einem Zinssatz zu zwei Prozent aufgenommen hat, muss seiner Bank bis zum 01.01.2017 einen Betrag in Höhe von 10.200 Euro zurückbezahlt haben.

Viele Menschen fragen einen Kredit allerdings immer seltener bei ihrer Hausbank nach. So lassen sich auf Seiten, wie beispielsweise www.online-kreditvergleich24.de, die Kredit-Angebote vieler verschiedener Banken unkompliziert miteinander vergleichen. Bei solchen Vergleichen merkt der potenzielle Kreditnehmer schnell, wie weit die Zinslasten auseinander liegen. Unterschiede von bis zu vier Prozent sind möglich!

Gegen die Konjunkturschwäche – EZB belässt Leitzins auf Rekordtief

Eben beschriebener Prozess dürfte den meisten Menschen nicht fremd sein. Doch was weitaus weniger Menschen kennen die Antwort auf die Frage, wo sich die Banken das Geld ausleihen, welches sie wiederum an uns verleihen. Die Antwort: Bei den Zentralbanken. Allerdings ist dieses Leihgeschäft mit dem so genannten Leitzins verbunden.

Volkswirte definieren diesen Leitzins als jenen Zinssatz zu dem sich Geschäftsbanken bei den Zentralbanken refinanzieren können. Die Geschäftsbanken haben dazu Sicherheiten, meist in Form von Wertpapieren, zu hinterlegen. **

Dieser Leitzins beträgt, aktuellen Medienberichten zufolge, Null Prozent. Diese Entscheidung der EZB ist nur eine von vielen Maßnahmen, welche die Kreditvergabe und damit den Konsum – und letztendlich das Wirtschaftswachstum im Euroraum als ganzes – ankurbeln sollen. Man möchte diesen Leitzins auf dem aktuellen Rekordtief belassen, denn die Kreditinstitute, so das Kalkül der EZB, werden den geringen Zinssatz, zu dem sie sich bei der Zentralbank Geld leihen können, an den Endkreditnehmer weitergeben.

Tatsächliche Zinskosten beachten

Man sollte wegen dieser „Politik des billigen Geldes“ dennoch nicht den nächst besten Kredit aufnehmen. Manche Banken bewerben ihre Kreditangebote oft mit dem so genannten Nominalzins und geben als Grund, warum dieser so tief ist, gerne die oben beschriebene EZB-Politik an. Im Nominalzins sind jedoch nicht sämtliche Kreditkosten aufgeführt. Einer von weiteren wichtigen Kostenpunkten ist zum Beispiel der effektive Jahreszins. Auch darauf und weitere wichtige Faktoren sind Kreditangebote miteinander zu vergleichen.

* Siehe auch hier auf AGITANO: Was bedeutet der Brexit für den deutschen Mittelstand?

**Vgl.: Definition Leitzins, zuletzt abgerufen am 16.08.2016 auf www.wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/leitzins.html

Christoph Schroeder

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