Saarland

Fachkräftemangel bekämpfen: Start des Demographie-Netzwerks Saar

Wirtschaftsminister Heiko Maas hat heute den Startschuss für das Demographie-Netzwerk Saar gegeben. Mit Unterstützung von Kammern, Verbänden und Sozialpartnern des Saarlandes will die Landesregierung in den nächsten anderthalb Jahren ein regionales Netzwerk aufbauen.

Dieses regional ausgerichtete Netzwerk will saarländischen Unternehmen konkrete Hilfestellung bei der Konzipierung und Gestaltung einer demographiefesten Personalpolitik geben, um deren Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Das Angebotsspektrum umfasst neben betrieblichen Workshops, der Beratung und Begleitung betrieblicher Gestaltungsprojekte auch Vortragsreihen, einen strukturierten Erfahrungsaustausch sowie den Transfer von Regelangeboten und betrieblichen Beispielen ‚guter Praxis‘. Diese praxisorientierten Angebote werden in Zusammenarbeit mit thematisch einschlägigen regionalen Dienstleistern und in enger Abstimmung mit den betrieblichen Netzwerkpartnern entwickelt und bereitgehalten.

Das Netzwerk richtet sich vor allem an kleine und mittlere Betriebe im Saarland, deren Problemdruck steigt. Denn sie müssen im Vergleich zu Großbetrieben besondere Anstrengungen unternehmen, um im schärfer werdenden Wettbewerb um Nachwuchs- und Fachkräfte ihre Personalbedarfe künftig weiterhin decken zu können. Wirtschaftsminister Heiko Maas: „Mit dem Demographie-Netzwerk Saar wird die Strategie der Landesregierung zur Sicherung des saarländischen Fachkräftebedarfs in einem zentralen Handlungsfeld umgesetzt und weiterentwickelt. Der Fachkräftemangel ist die größte Herausforderung für den Standort Saarland. Deshalb wollen wir frühzeitig die Rahmenbedingungen so schaffen, dass die saarländischen Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben können. Wir setzen dabei auf einen Maßnahmen-Mix, der von konkreten Weiterbildungsangeboten für die Arbeitnehmer über Maßnahmen in der beruflichen Erstausbildung, einer Fachstelle für grenzüberschreitende Ausbildung bis hin zu dem neuen Demographie-Netzwerk für die Unternehmen reicht.“

Stellvertretend für die Netzwerk-Partner begrüßten der Vorsitzende des DGB Saar, Eugen Roth, sowie der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU), Joachim Malter, die Notwendigkeit einer Demographie-Strategie in den saarländischen Unternehmen. Roth: „Ein wesentliches Ziel der im Herbst 2011 beschlossenen Strategie ist die stärkere Integration älterer Arbeitnehmer in Erwerbsarbeit. Mit dem Projekt werden wichtige Schritte eingeleitet, damit ältere Beschäftigte länger im Berufsleben verbleiben und arbeitssuchende Ältere wieder in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden können. Alters- und alternsgerechte Arbeitsbedingungen sind eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmer über den gesamten Berufsverlauf erhalten bleibt.“

Für VSU-Hauptgeschäftsführer Joachim Malter bietet das neue Netzwerk gerade für kleinere und mittlere Unternehmen die Chance, sich zukunftssicher aufzustellen: „Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen, die den Großteil aller Betriebe stellen, sind die Unterstützungsbedarfe am höchsten. Die Ursachen sind bekannt: Ihnen stehen nur wenige Ressourcen für eine strategische Personalplanung zur Verfügung. Weil das operative Tagesgeschäft dominiert, bleibt dort kaum Zeit für konzeptionelle Überlegungen. Zudem fehlt oft das konkrete Wissen über eine Personalpolitik, die dem demografischen Wandel gerecht wird. Von daher sind kleinere Unternehmen besonders auf eine individuelle externe Unterstützung angewiesen, um zukunftsfähige und passgenaue Lösungen für ihren Betrieb zu finden. Kleine und mittlere Unternehmen stellen rund 70 Prozent der Arbeitsplätze im Saarland. Von daher ist ihre ‚Demographiefestigkeit‘ eine wesentliche Voraussetzung für das zukünftige Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum am Standort Saar.“

Mit dem Demographie-Netzwerk Saar sollen mehrere Ziele erreicht werden:

• Das qualitative Ziel der Entwicklung und Erprobung eines regionalen Vernetzungsansatzes zur Sensibilisierung und Aktivierung der Unternehmen im demografischen Wandel, um die Leistungsfähigkeit von Betrieben und alternden Belegschaften gleichermaßen zu erhalten und die sich bereits abzeichnenden demografischen Risiken zu minimieren;

• Das quantitative Ziel einer vermehrten Umsetzung demographiebezogener Maßnahmen und Konzepte in saarländischen Unternehmen durch die Aufbereitung und Bereitstellung geeigneter Unterstützungs- und Dienstleistungsangebote; durch den Transfer Guter-Praxis-Modelle und durch die Förderung des betriebsübergreifenden Wissenstransfers und Austausches im Netzwerk;

• Das methodische Ziel, mit einem aufsuchenden Ansatz ein bedarfsorientiertes und dauerhaftes Regelangebot aufzubauen, das auf die spezifischen Rahmenbedingungen der Klein- und Mittelbetriebe im Saarland zugeschnitten ist;

• Das strategische Ziel, die Saar-Betriebe im demographischen Wandel wettbewerbsfähig zu erhalten und dadurch einen Beitrag zur Attraktivität und Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts zu leisten.

Mit dem Aufbau eines Demographie-Netzwerks für saarländische Unternehmen wird ein auf die Region bezogener „niedrigschwelliger“ Ansatz verfolgt. Dieser stellt die Arbeitsweise und die regionalen Orientierungen besonders der kleinen und mittleren Unternehmen in den Mittelpunkt. Das Netzwerk hat eine branchenübergreifende Ausrichtung, wobei nach Bedarf und mit steigender Größe thematische oder branchenspezifische Schwerpunkte (beispielsweise branchenbezogene Arbeitskreise) gebildet werden können.

Mit der Durchführung und Begleitung des Projektes wurde das Saarbrücker Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso) beauftragt. Das iso-Institut hat seit langem einen Schwerpunkt in der gesundheitsförderlichen und alternsgerechten Gestaltung von Arbeit. In den kommenden 18 Monaten wird das Institut mit Unterstützung regionaler Dienstleister ein Netzwerkangebot für saarländische Unternehmen mit passgenauer Beratung und Qualifizierung schaffen. Dieses Netzwerk soll allen interessierten Betrieben offenstehen und eine Plattform für den wechselseitigen Austausch bieten. Zudem werden im Rahmen des Netzwerks bedarfsorientierte Angebote, Workshops und Vortragsreihen zur betrieblichen Gestaltung des demografischen Wandels bereitgestellt.

(Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr Saarland)

Christoph Schroeder

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