Wirtschaft

Fachkräftemangel betrifft eher KMU und mehrheitlich gewerblich-technische Berufe statt Akademiker

Viele Unternehmen berichten mittlerweile von Fachkräfteengpässen. Betroffen sind davon vor allem viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Derzeit berichten bereits 30 bis 40 Prozent der KMU von großen oder mittleren Problemen bei der Besetzung offener Stellen für Fachkräfte. Dabei fehlen allgemein mehr Fachkräfte mit Berufsausbildung als Akademiker. Unter den zehn Berufen mit den größten Engpässen bei beruflich Qualifizierten finden sich laut dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) neben Gesundheitsberufen mehrheitlich gewerblich-technische Berufe. Die KMU sind von diesen Fachkräfteengpässen besonders betroffen, da die Mehrzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den gewerblich-technischen Engpassberufen in KMU tätig ist. So sind beispielsweise rund 70 Prozent der Elektroinstallateure und sogar 92 Prozent der Rohrinstallateure in KMU beschäftigt.

Insgesamt würde sich damit die derzeitigen Fachkräfteengpässe bei beruflich Qualifizierten quantitativ bedeutsamer auswirken als diejenigen bei Hochqualifizierten. Während sich in der offiziellen Arbeitsmarktstatistik derzeit nur acht akademisch geprägte Berufsfelder mit Fachkräfteengpässen finden, die mindestens 1.000 Arbeitslose aufweisen, gibt es 46 entsprechende Engpassberufe für beruflich Qualifizierte. Zwar seien diese Qualifikationen laut dem BMWi leichter zu erwerben und damit auch flexibler durch Quereinsteiger zu besetzen, dennoch sollte die aktuelle Fachkräftediskussion angesichts der demografischen Entwicklung die Zielgruppe der beruflich Qualifizierten viel systematischer als bisher in den Fokus nehmen.

Strategische Personalarbeit als Lösungsansatz

Ein Ansatzpunkt zur Lösung der aktuellen Probleme besteht in der Entwicklung einer bedarfsgerechten strategischen Personalpolitik in kleinen und mittleren Unternehmen. Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung steht KMU dabei zur Seite, indem es ihnen Informationen über die Fachkräftesituation auf Berufs- und Branchenebene zur Verfügung stellt und daraus resultierende Handlungserfordernisse aufzeigt, anwendungsorientierte Instrumente zur Fachkräftesicherung und zum Ausschöpfen vorhandener Potenziale entwickelt sowie Best Practice-Beispiele vorstellt. (Link zu der aktuellen Studie des Bundeswirtschaftsministeriums „Fachkräfte sichern – Engpassanalyse“.)
(mb)

 

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