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Fachübersetzungen: Wo Übersetzungsapps an ihre Grenzen stoßen

Ein Regal mit Lexika vor einer roten Wand. Lexika, um Fachübersetzungen zu erstellen

Es gibt Fälle, da sind Übersetzungsapps wahrlich ein Segen. Zum Beispiel im Urlaub. Das zeigen Vorkommnisse in einem Dülmener Flüchtlingsheim, die weit über die Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus Aufsehen erregten. Doch im geschäftlichen Umfeld sollte man stets lieber auf Fachübersetzungen bauen.

Die Sprache: das Tor in neue Märkte

„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“. Dass dieser Ausspruch Ludwig Wittgensteins nichts von seiner Gültigkeit eingebüßt hat, diese Erfahrung durfte jüngst ein chinesischer Tourist in einem Dülmener Flüchtlingsheim sammeln. Was war passiert?

Medienberichten zufolge wurde ein 31-jähriger Chinese in Heidelberg Opfer eines Diebstahls. Diesen wollte er bei einer Polizeibehörde zur Anzeige bringen. Der arme Mann, völlig fremd in diesem Land, sprach weder Deutsch noch Englisch. Aus diesem Grund ist er, statt bei der Polizei, bei irgendeiner anderen Behörde aufgeschlagen und hat dort, statt einer Diebstahlanzeige, einen Asylantrag ausgefüllt. Damit setzte er eine Maschinerie in Gang. Sein Reisepass wurde eingezogen und der Asiate kam als unregistrierter Flüchtling in die Dülmener Unterkunft am Osthoff. Nur mit Hilfe einer Übersetzungsapp konnte das Missverständnis aus dem Weg geräumt werden.

Ein Vorkommnis, über das man schmunzeln kann, wenn man nicht selbst davon betroffen ist. Für Unternehmen, die daran interessiert sind, auf internationalen Märkten Fuß zu fassen, können Missverständnisse ernshafte Konsequenzen besitzen. Wer auf professionelle Fachübersetzungen verzichtet, verärgert eventuell seine Lieferanten, Partner oder die gar Kunden. Unter anderem, weil er:

  • Betriebsanleitungen
  • technische Texte
  • Marketingtexte

falsch übersetzt. Oder frei nach oben zitiertem Ludwig Wittgenstein: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Märkte“. Welche Fehler man da machen kann und wie gravierend teils die damit verbundenen Konsequenzen sind, zeigt bereits das Beispiel Firmenhomepage – einer der Top 10 Kanäle für Kundenkontakt.

Bei Fachübersetzungen die kulturellen berücksichtigen

Die via Texte kommunizierten Inhalte einer Firmenhomepage sind so ziemlich das wichtigste. Im Gegensatz zu Messen oder Ladengeschäft steht man hier nicht im direkten Dialog mit dem Kunden und kann bei Bedarf auf Nachfragen eingehen. Im Netz muss man anhand eines guten Auftretens und vor allem durch gute Inhalte („Content is King“) sofort überzeugen. Dazu müssen bei Fachübersetzungen die speziellen kulturellen Eigenheiten der jeweiligen Zielmärkte berücksichtigt werden. In manchen Kulturen wird es sehr geschätzt, wenn man zu Beginn mit Zahlen, Daten, Fakten überzeugt. Andere möchten emotional angesprochen werden.

Fachübersetzungen helfen auch bei der internen Unternehmenskommunikation

Die Berücksichtigung kultureller Unterschiede ist auch bei der internen Unternehmenskommunikation wichtig. Unternehmen, die auf anderen Märkten Fuß fassen möchten, brauchen hierzu vor allem Experten vor Ort. So weit, so bekannt. Nicht umsonst lautet für immer mehr Unternehmen das Gebot der Stunde: Internationale Teamarbeit. Und die ist ja heute einfache denn je! Unabhängig vom Geburtsort verfügen international hoch qualifizierte Fachkräfte über:

  • einen ähnlichen Branchenhintergrund
  • eine ähnliche Ausbildung
  • ein ähnliches Equipment

Da spielen die kulturellen Unterschiede keine große Rolle mehr! Es reicht, wenn man Zuständigkeiten festgelegt, Ziele definiert und Verwaltungsabläufe, zum Beispiel das Abrechnen von Reisekosten detailliert regelt. Gut wer Geld zur Expansion in neue Märkte aus dem Fenster schmeißen möchte, kann es genau so machen. Andere machen es besser und berücksichtigen bei Fachübersetzungen für die interne Kommunikation, dass sie:

  • sich selbst beziehungsweise die Unternehmenskultur genauer vorstellen
  • sich Zeit nehmen, die Kultur der neuen Belegschaft genauer kennenzulernen
  • die Ziele des Projekts so zu definieren, dass jeder weiß, wohin „die Reise“ geht

Alles Anforderungen, die so hoch sind, dass keine Übersetzungsapp der Welt diesen gerecht werden kann. Hier muss man in Fachübersetzungen investieren. Doch dies ist eine Investition, die sich am Ende auszahlen wird. Bestenfalls durch die Steigerung von Gewinn und Umsatz, weil man auf einem neuen Markt erfolgreich Fuß gefasst hat.

Christoph Schroeder

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