Wirtschaft

Fast 25 % der Bauspar-Beratungen sind „mangelhaft“

Ein Praxistest der Stiftung Warentest mit einem einfachen Modernisierungsfall eines Wohngebäudes ergab, dass nur vier von 22 Bausparkassen die Note „gut“ erhielten. Nahezu ein Viertel der getesteten 154 Angebote konnte die Anforderungen nicht erfüllen und erhielten die Note "mangelhaft". Laut Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur Finanztest, sei ein Bausparvertrag dennoch nach wie vor eine gute Lösung für die Immobilienfinanzierung, eine anstehende Modernisierung oder energetische Sanierungsmaßnahme. Im durchgeführten Testfall, der jeweils das selbe Szenario enthielt, zeigte sich, dass die Beratung oftmals an den Interessen der Kunden vorbeiging und überteuerte Tarife angeboten wurden. Im Tagesspiegel wird ein Testkunde aufgeführt, dem geraten wurde, jeden Monat 750 Euro zu sparen obwohl er vorher angegeben hatte, die monatliche Belastung solle 400 Euro nicht übersteigen. Mehrere Angebote waren sogar so schlecht, dass eine Bankfinanzierung selbst bei einem späteren Zinssatz von 10 Prozent noch günstiger gewesen wäre.
Prominente Namen wie die Deutsche Bank Bausparkasse, Huk-Coburg, LBS Ost und LBS Rheinland-Pfalz bestanden den Test nicht, da die Mitarbeiter hier zum Teil völlig voneinander abweichende Angebote erstellten. Tenhagen berichtet, dass dagegen beim Testsieger Wüstenrot jedes Testgespräch mit „gut“ bewertet wurde, ebenso bei den Landesbausparkassen Bremen, Nord und der LBS Baden-Württemberg. Zudem wurde bewertet, wie gut sich das Angebot zur Finanzierung eignet. Stephan Kühnlenz, der wissenschaftlicher Leiter der Stiftung Warentest erklärt, dass dazu ein Vergleich mit einer Kombination von einem Banksparplan und einem Bankdarlehen durchgeführt wurde. Die aktuellen Zinssätze betragen zwischen 2,75 und 3,75 Prozent, die Auswertung des Tests ergab allerdings bei einigen Anbietern Zinsen von zum Teil über 10 Prozent. Die Stiftung Warentest fordert aufgrund dieser schlechten Ergebnisse und zusätzlicher versteckter Kosten, dass Produktinformationen standardisiert werden, damit eine Vergleichbarkeit einfacher möglich ist. Zudem soll konkreter auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden eingegangen werden.

(mw)

 

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