Finanzen

Finanzberater? Nein, Danke!

Das sagen sich immer mehr potenzielle Anleger. Zum einen, weil die Bezeichnung zwar klangvoll, aus Sicht von Verbraucherschützen aber wenig aussagekräftig erscheint. Zum anderen, weil die Ereignisse der vergangenen Jahre die Sparer extrem verunsichert hat. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen haben wir uns gefragt: Woran kann man einen seriösen von einem unserösen Finanzberater unterscheiden und gibt es eine ernshafte Alternative?

Nicht hinter jedem FinanzBERATER steckt ein FinanzEXPERTE

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Geld anhäufen mit „risikolosen“ Anlagen? Das gibt es nicht! (Bild: M. Großmann / pixelio.de)

Mit dieser, leicht einprägsamen Formel bringen es Verbraucherschützer auf den Punkt. Und tatsächlich: „Finanzberater“ darf sich nahezu jeder nennen, weil für die Ausübung des Berufs weder eine spezielle Ausbildung noch Qualifikation erforderlich ist. Dennoch gibt es einige Punkte, auf die es zu achten gilt, wenn man einen Finanzberater auf seine Seriosität hin überprüfen möchte:

1. Wie erfolgt die Kontaktaufnahme?

Erfolgt die erste Kontaktaufnahme ohne vorherige (meist schriftliche) Ankündigung, etwa via Telefon oder direkt an der Haustür, ist allerhöchste Vorsicht geboten. Denn: die Kontaktaufnahme ohne vorherige Zustimmung ist gesetzlich untersagt. Eine Missachtung des Verbots wird jedoch kaum verfolgt. Daher lassen sich unseriöse Finanzberater davon nicht abschrecken.

2. Die „risikolose“ Anlage gibt es nicht!

Unseriöse Berater versprechen gerne „risikolose“ Anlageprodukt, die zudem hohe Renditen garantieren. Ein Widerspruch in sich, denn auf dem Kapitalmarkt gilt für ausnahmslos jedes Produkt: Je höher die Rendite, desto größer das Risiko! Zudem wird gerne Druck ausgeübt. Etwa, dass man genügend andere Klienten hätte, welche die einmalige Chance auf die einfache Art und Weise Geld zu machen unbedingt wahrnehmen wollen. Da es Finanzprodukt wie Sand am Meer gibt, ist Eile jedoch wahrlich nicht geboten.

3. Auf Fragen folgen Gegenfragen

Sowohl im privaten als auch beruflichen Umfeld, versucht man es hin und wieder auf Fragen, auf die man keine Antworten hat, mit Gegenfragen zu kontern. Das ist bei unseriösen, weil unqualifizierten Beratern nicht anders. Zudem wird gerne moralischer Druck ausgeübt. Bei Fragen, wie „Sehe ich so aus, als würde ich lügen?“ heißt es Rückzug antreten.


Seriöse Berater dagegen geben ihrem potenziellen Kunden genug Zeit, um die komplexen Unterlagen zu einer Geldanlage genau zu studieren. Oft empfehlen sie eine zweite Meinung einzuholen, etwa bei einer Verbraucherzentrale oder einem Steuerberater. Zudem haben sie kein Problem damit, die wichtigsten Fakten schriftlich zu bestätigen und auszuhändigen. Außerdem enthält der Vertrag ein ausdrückliches und 14 Tage andauerndes Widerrufsrecht, für den Fall, dass nach Vertragsabschluss Zweifel an der Entscheidung aufkommen.

Im Mittelpunkt steht der Abschluss – nicht der Kunde

Doch auch seriöse Finanzberater arbeiten auf Provisionsbasis. Das heißt, je mehr teurere Produkte sie an den Mann oder die Frau bringen, desto besser ist das für ihren eigenen Geldbeutel. Aus diesem Grund steht der schnelle Abschluss eines Vertrags im Mittelpunkt der Finanzberatung – und nicht der Kunde.

Honorarberatung als Alternative?

Finanzexperten sehen gerade im zuletzt erwähnten Punkt einen möglichen Interessenskonflikt und in der Honorarberatung,  eine Form der Beratung, in der der Kunde (im Gegensatz zur Finanzberatung) das Entgelt selbst als Honorar auszahlt, eine durchaus interessante Alternative. Auch weil mithilfe kürzlich verabschiedeter Gesetze in diesem Sektor für mehr Transparenz und Sicherheit gesorgt. Dennoch gilt auch hier: Nicht allein auf den Gesetzgeber vertrauen, sondern selbst ausführlich zu informieren, zu vergleichen und sich gegebenenfalls von mehren Stellen beraten lassen.

Christoph Schroeder

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