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Finanzklardenker-Forum: Antony Fedrigotti im Interview, Motivationstrainer des Jahres 2003

In der Schule lernen wir nur wenig über den Umgang mit Geld und auch im späteren Leben beherrschen nur wenige Menschen die Gesetze der „finanziellen Freiheit“. Auf der anderen Seite gibt es aber kaum ein Thema, das weltweit so große Auswirkungen auf alle Gesellschaftsschichten hat wie das Thema Finanzen. Finanzielle Bildung – quer durch alle Generationen und Berufsgruppen – ist gefragt, wenn wir unser Leben sowie unsere Zukunft auf eine gesicherte Grundlage stellen wollen.

Am Donnerstag, den 14. Juni 2012, findet das 1. finanzklardenker-Forum im Foyer der Tageszeitung „Augsburger Allgemeine“ unter dem Motto „Was machen vermögende Familien anders?“ statt. Im Vorfeld hat Oliver Foitzik, Herausgeber des Mittelstandsportals AGITANO, die Gelegenheit genutzt, um mit Antony Fedrigotti zu sprechen. Er hat als Trainer in den Bereichen Selbstmanagement und Persönlichkeitsentwicklung den von der Akademie für Führungskräfte Leonberg vergebenen Preis „Motivationstrainer des Jahres 2003“ erhalten.

 

Herr Fedrigotti, bitte stellen Sie sich kurz vor.

Bereits mit fünfzehn Jahren habe ich mein Elternhaus in Südtirol verlassen und den Weg des Erfolges, mit der „trial and error“ Methode eingeschlagen. Nach dem erfolgreichen Aufbau verschiedener Unternehmen, habe ich vier Erfolgsbücher geschrieben und drei Persönlichkeits-Seminare entwickelt. Ganz aktuell ist nun mein Online-Erfolgscoaching „NUR HEUTE“ mit 9 aufeinander aufbauenden Modulen gestartet. Seit inzwischen über 25 Jahren motiviere ich Mitarbeiter und Kunden als Keynote Speaker in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien.

Sie gelten als einer der Top-Motivationstrainer und setzen sich mit Erfolgsgesetzen auseinander. Was fasziniert Sie an diesem Thema?

Mich faszinieren die universellen Gesetze des Erfolges in ihren Details und die Tatsache, dass jeder Erfolg haben will. Dabei können über 80 % der Menschen Erfolg für sich nicht einmal klar definieren. Die Erfolgsgesetze sind klar und logisch, werden allerdings in der Praxis aufgrund unseres Denkens, unserer Muster und unseres Verhaltens nicht positiv angewandt. Ich erarbeite gerne mit Menschen ihre persönliche Erfolgsstrategie, da ich weiß, dass jeder Mensch zu Erfolg geboren ist. Die Erfahrung zeigt: Wenn die mentale Strategie mit der Handlungsstrategie übereinstimmt, läßt sich Erfolg nicht verhindern.

 

Sie gehen dabei der Frage nach: “Warum sind manche Menschen erfolgreicher als andere?” Teilen Sie doch bitte einige Ihrer Erkenntnisse mit uns.

Wer weiß, was er will, wer seine Stärken kennt und wer seine inneren Einstellungen klar auf sein Ziel ausrichtet, hat in jedem Fall Erfolg. Erfolg ist unpersönlich, es ist ihm egal, wie ein Mensch ist, er kommt zu denen die ihn wirklich suchen und wollen. Wer glaubt, er kann nicht, der wird genauso recht bekommen, wie der, der glaubt, er kann. Im Leben gibt es nur Erfolg. Jeder sogenannte „Verlierer“ ist sehr erfolgreich, im Verlieren. Diese Tatsache schafft völlig neue Möglichkeiten. Denn Erfolg beginnt immer im Kopf und wird durch das Gefühl entweder gestärkt oder geschwächt.

Viele Menschen fühlen sich in ihrem eigenen Hamsterrad gefangen. Was können diese tun, um dort rauszukommen?

Das größte Hindernis kann die Vergangenheit sein. Wer in einer Vergangenheit stecken bleibt, kann nichts Neues bewirken. Die Vergangenheit als wertvolle Erfahrung für die Zukunft zu sehen, ist eine wichtige Voraussetzung. Dann ist entscheidend, VORAUS, nicht NACH zu denken. Wer NACHdenkt, holt das alte in die Gegenwart und schafft somit dieselbe Zukunft. Wer VORAUS denkt, denkt wo er hin will, wie es sein soll, denkt und fühlt wie es ist, das Ziel erreicht zu haben, der schafft eine neue mentale Realität. Und diese gedachte Realität ist bestrebt, sich zu verwirklichen.
Und was hat Erfolg nun mit finanzieller Freiheit zu tun? Die meisten Menschen verstehen unter Erfolg finanzielle Freiheit. Auch wenn die Umschreibung des Erfolges viele Möglichkeiten bietet – es geht fast immer um Geld. Auch in Familien gibt es häufig Probleme, wenn Geld fehlt.
Die Frage könnte auch lauten: Was hat mein Kontostand mit meinem Kopf zu tun? Geld ist eine neutrale Energie und es gibt genügend Geld auf dieser Welt. Warum es gerade nicht auf meinem Konto ist, hat damit zu tun, wie ich emotional zu ihm stehe. Im Allgemeinen wird dem Geld alles Schlechte unterstellt. Geld verdirbt den Charakter, Geld ist schlecht, es geht alles nur ums Geld, es ist nicht genug da usw. Diese Haltung bewirkt eine Ablehnung. Dabei kann Geld gedruckte Freiheit sein, es stimmt, dass Geld glücklich macht, dass mit Geld viel Gutes bewirkt werden kann usw. Geld kommt zu dem, der es willkommen heißt und bleibt, wenn ein gutes Gefühl vorherrscht. Gier ist genauso hinderlich wie Mangelbewusstsein. In der Wirtschaft gibt es die These, dass jeder Mensch ein inneres „Konto“ in sich trägt und dass dieses Konto nur minimal unterschritten oder überschritten wird. Damit ist gemeint, dass zuerst die Einstellung zu Geld im Kopf nach oben korrigiert werden muss, bevor das Einkommen oder der Kontostand nach oben gehen können.
Ich habe vor 30 Jahren Dr. Joseph Murphy, einen der Väter des modernen positiven Denkens erlebt, der sagte: „Wer arm ist, ist arm im Kopf“. Ich war leicht geschockt. Tatsächlich meinte er damit das Gesetz der Imagination, das besagt: „Was der Geist erfassen kann, kann er auch verwirklichen“, mit der Folge, dass Geld immer zu denen kommt, die es mental willkommen heißen und von denen fernbleibt, die eine negative Haltung dazu haben oder sich nicht Wertvoll fühlen.

Antony Fedrigotti, Motivationstrainer des Jahres 2003

Geben Sie doch unseren Lesern einen Tipp mit, welchen diese gleich morgen umsetzen können.

Für morgen habe ich keinen Tipp, aber für heute. Nehmen Sie sich jetzt vor, NUR HEUTE eine Sache zu starten, die Sie Ihrem Ziel näherbringt und sagen Sie sich: NUR HEUTE will ich dies umsetzen, NUR HEUTE. Und morgen nehmen Sie sich wieder eine Sache vor mit der Absicht, es NUR HEUTE zu tun, immer NUR HEUTE. Lassen Sie sich dann vom Ergebnis überraschen.

 

Vielen Dank Herr Fedrigotti für die interessanten Ausführungen. Im Rahmen des 1. finanzklardenkerforums werden Sie Ihre Position noch detaillierter darlegen.

 

Das Interview führte Oliver Foitzik (Herausgeber AGITANO und Global2Social / Geschäftsführer FOMACO GmbH).

 

 

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