Wirtschaft

Finanzkrise 2008: Goldman Sachs droht 15,8 Milliarden-Dollar-Klage

Wegen möglicher Verjährungsfristen gewinnt die Aufarbeitung der Finanz- und Bankenkrise 2008 in den USA zunehmend an Fahrt. Die US-Investmentbank Goldman Sachs sieht sich nun wegen umstrittener Hypothekengeschäfte während der Finanzkrise mit Klagen in Höhe von 15,8 Milliarden Dollar konfrontiert. Vor drei Monaten war noch die Summe von 485 Millionen Dollar genannt worden. Der Anstieg geht zu einem Großteil auf eine Klage der US-Aufsichtsbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) zurück. Sie wirft Goldman und 16 weiteren Finanzinstituten vor, bei dem Verkauf von hypothekarisch besicherten Wertpapieren falsche Angaben gemacht zu haben. Auch drei europäische Finanzinstitute haben damit gedroht, Goldman zu verklagen: die HSH Nordbank, Norges Bank Investment Management und IKB Deutsche Industriebank. Da die Beweisführung allerdings sehr schwierig ist, werden die Rechtsstreitigkeiten vermutlich auf einen traditionellen Vergleich hinauslaufen.

Bereits 2010 musste die Investmentbank in einem Vergleich mit der US-Börsenaufsicht SEC 550 Millionen Euro zahlen. Die SEC hatte Goldman vorgeworfen, die eigenen Kunden hereingelegt zu haben.

Goldman Sachs wies 2010 eine Bilanzsumme von 911,332 Milliarden Dollar aus. Der operative Gewinn lag bei 12,892 Milliarden Dollar, der Nettogewinn bei 8,354 Milliarden Dollar. Die Anzahl der Mitarbeiter beträgt 38.700. Für das dritte Quartal 2011 musste jedoch ein Verlust in Höhe von 393 Millionen Dollar verbucht werden. Grund waren Milliarden-Abschreibungen und ein Einbruch in dem Investmentbanking.

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