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Finden Sie Ihre beste Sprechstimme in vier Schritten

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Die Sprechstimme entscheidet darüber, wie wir im Gespräch wahrgenommen werden. (Bild: Startupstockphotos.com)

Täglich kommunizieren wir. Ob im Büro mit Kollegen und Mitarbeitern, im Verkaufsgespräch mit Kunden, in Präsentationen bei Meetings – überall setzen wir unsere Stimme ein. Wie unsere Sprechstimme klingt, hat einen entscheidenden Einfluss darauf, ob wir unsere Botschaft an den Mann oder die Frau bringen, ob wir vertrauenswürdig und authentisch wirken oder unsicher und ängstlich, ob man uns interessiert folgt oder nach kurzer Zeit gelangweilt abschweift. Deshalb lohnt es sich, an seiner Sprechstimme zu arbeiten.

 

In vier Schritten zu Ihrer besten Sprechstimme

1. Finden Sie Ihre natürliche Stimme

Unser Stimmspektrum wird von der Länge der Stimmbänder bestimmt. Da Frauen kürzere Stimmbänder haben, sind ihre Stimmen tendenziell höher. Eine hohe Tonlage bekommt zwar Aufmerksamkeit – aber sie vermittelt auch eine geringere Glaubwürdigkeit als eine tiefe Stimme (lesen Sie dazu auch Frauenstimmen – Männerstimmen: Warum tiefe Stimmen kompetenter klingen).

In zwei Schritten finden Sie Ihre natürliche Sprechstimme:

  • Sitzen Sie ruhig und aufrecht. Atmen Sie tief ein. Während Sie ausatmen, legen Sie eine Hand auf Ihren Bauch, spüren Sie den Atem ausströmen.
  • Nun sagen Sie etwas, oder singen Sie ein Lied. Singen Sie weiter, während Sie sich bis zu 90 Grad nach vorne lehnen. In dieser nach vorn gebeugten Position sind Ihre Stimmbänder maximal geöffnet. Nun haben Sie Ihr natürliches Stimmspektrum.

2. Nutzen Sie die Bandbreite Ihrer natürlichen Sprechstimme

Erst die Varianz der Stimme macht es interessant, Ihnen zuzuhören. Denken Sie an Sportreporter: Sie wechseln ständig von Hoch zu Tief. Dadurch können Sie Ihnen gut zuhören und alles klingt interessant. Diese Varianz der Sprechstimme ist entscheidend für effektives Sprechen – schließlich wollen Sie nicht langweilig und vorhersehbar klingen.

Aber: Achten Sie darauf, dass Sie es mit dem Anheben der Stimme nicht übertreiben. Denn dann klingt jede Aussage wie eine Frage („Galleriesätze“) und Sie wirken unsicher. Wenn Sie dagegen am Satzende mit der Stimme heruntergehen, dann stellen Sie etwas fest, Sie präsentieren Fakten, wirken sicher und souverän.

3. Senden Sie die richtige Botschaft

Schon kleine Verschiebungen in der Betonung können die Bedeutung eines Satzes verändern. Deshalb ist es ganz entscheidend, dass Sie darauf achten, worauf Sie die Aufmerksamkeit legen wollen – je nachdem klingt Ihre Botschaft formell, neckisch, seriös, ironisch usw.

Ein Beispiel:

  • Ich denke nicht, dass Du das tun solltest.
    Hier sagen Sie Ihre persönliche Meinung.
  • Ich denke nicht, dass Du das tun solltest.
    Hier wollen Sie Ihr Gegenüber dazu anhalten, das nicht zu tun.
  • Ich denke nicht, dass Du das tun solltest.
    Du solltest das nicht tun – jemand anders schon.
  • Ich denke nicht, dass Du das tun solltest.
    Du solltest stattdessen etwas anderes tun.
  • Ich denke nicht, dass Du das tun solltest.
    Tu das nicht – es ist vielleicht gefährlich.
  • Ich denke nicht, dass Du das tun solltest.
    Du bist nicht verpflichtet, das zu tun.

Sie sehen: je nachdem, welches Wort Sie betonen, verändern Sie den Sinn der Aussage. Beachten Sie das, wenn Sie privat oder beruflich kommunizieren. Denn Missverständnisse entstehen leicht und sind schwer aus dem Weg zu räumen!

4. Artikulieren Sie

Dabei dürfen Sie es ruhig übertreiben, besonders, wenn Sie in der Öffentlichkeit sprechen. Achten Sie darauf, klar und deutlich zu sprechen, dehnen Sie vorher Ihre Gesichtsmuskeln und wärmen Sie Ihre Stimme auf wie ein Sänger.

Zungenbrecher sind eine gute Übung!

Arbeiten Sie weiter an Ihrer Sprechstimme

Ihre Sprechstimme zu verbessern und zu perfektionieren ist ein kontinuierlicher Prozess. Üben Sie! Das können Sie tun, um immer besser zu werden:

  • Nehmen Sie sich selbst auf und hören Sie sich zu. Bitten Sie auch Personen, denen Sie vertrauen, um Feedback.
  • Wenn Sie zu ernst klingen, lächeln Sie beim Sprechen.
  • Wenn Sie zu monoton klingen, lesen Sie Ihren Kindern Geschichten vor.

Die Arbeit lohnt sich, denn die Sprechstimme entscheidet zu einem großen Teil darüber, wie Sie wahrgenommen werden. Viel Erfolg!

Katja Heumader

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