Wirtschaft

Flexible Arbeitszeiten, nicht Kurzarbeit Hauptgrund für das Jobwunder

Das deutsche Jobwunder ist laut Experten vor allem dem flexiblen Umgang mit der Arbeitszeit zu verdanken. Im Gegensatz zu früheren Rezessionen ist die Beschäftigung in Deutschland in der Rezession der Finanzkrise kaum gesunken, die Arbeitszeit dafür umso mehr. Die Beschäftigten hatten im Aufschwung bis 2008 ihre Arbeitszeitkonten aufgefüllt und Überstunden gesammelt. In der Rezession wurden die Überstunden abgebaut und die Konten ins Minus gezogen. Laut dem Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hätten die Unternehmen und ihre Beschäftigten hier gut zusammengewirkt. Verkürzungen der Wochenarbeitszeit, die Zunahme der Teilzeitarbeit, der Abbau von Überstunden sowie Arbeitszeitkonten haben zusammen rund zwei Drittel des Rückgangs der Arbeitszeiten ausgemacht. Die Kurzarbeit sei dahingegen nur für rund ein Drittel des Rückgangs verantwortlich, habe aber gleichfalls Anteil an dem Jobwunder. Hilmar Schneider, Co-Direktor des Instituts Zukunft der Arbeit (IZA): "Seit der Abschaffung der Möglichkeit der Frühverrentung durch die Hartz-Reformen ist der faktische Kündigungsschutz noch stärker geworden. Damit konnten die Unternehmen in der Krise sehr viel weniger entlassen, als sie möglicherweise kurzfristig gewollt hatten" – was sich jedoch als Vorteil herausstellte, als die wirtschaftliche Erholung rasch folgte. "Die historisch und international einmalig hohe Flexibilität bei den Arbeitszeiten ist auch eine Folge des hohen Kündigungsschutzes in Deutschland", so Schneider.

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