Technologie

Forscher können Gedanken hörbar machen – Chance für Paralysierte

An der US-Universität Berkeley ist ein bedeutender Fortschritt auf dem Weg zum Gedankenlesen gelungen: Die Forschern konnten aus den Hirnströmen von Probanden rekonstruieren, was diese zuvor gehört hatten. Ziel ist es, Gedanken in ganzen Sätzen zu analysieren und diese von einem Computer verbalisieren beziehungsweise aufschreiben zu lassen. Damit soll in erster Linie paralysierten Menschen, die beispielsweise nach einem Schlaganfall nicht mehr sprechen können, eine Möglichkeit des Ausdrucks und der Interaktion eröffnet werden.

Das Team aus Hirnchirurgen und Neurowissenschaftlern hat für die Studie (veröffentlicht in „PLoS Biology“) Patienten untersucht, die wegen schwerer Epilepsie oder eines Hirntumors operiert werden mussten. In diesen Fällen wird ein Netz von Elektroden direkt auf das Gehirn gesetzt, um herauszufinden, in welchen Hirnarealen die Krampfanfälle erzeugt werden, um diese dann gezielt zu operieren. Parallel zu dieser Untersuchung analysierten die Forscher die betreffenden Areale, um den Vorgang des Hörens und Denkens näher zu analysieren. Die aus diesen Gehirnströmen rekonstruierten Klangbilder konnten mit einer Treffsicherheit von 20-30% erkannt werden. Dabei war das Ergebnis umso besser, je mehr Elektroden auf dem Gehirn auflagen.

Als nächsten Schritt will das Team den Code knacken, wie gesprochene und gedachte Sprache funktioniert und in unserem Hirn erzeugt wird. Wenn dies gut genug verstanden würde, könne man die Hirnsignale entweder von einem Computer akustisch verbalisieren oder aufschreiben lassen.
(mb)

 

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