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Nasentropfen: Neuer Ansatz gegen Lungenkrebs

Wissenschaftler des Universitätsklinikums in Erlangen haben einen neuen Behandlungsansatz gegen Lungenkrebs entwickelt. Lungenkrebs betrifft auch Nichtraucher und ist weltweit die häufigste Krebsart, die fast immer zum Tod führt. Allein in Deutschland sterben daran 40.000 Menschen pro Jahr.

Den Wissenschaftlern ist es gelungen, einen für das Tumorwachstum maßgeblich verantwortlichen Botenstoff zu blockieren. „Der Botenstoff wird als Interleukin-17A bezeichnet“, so Dr. Ildiko Boross. „Auch im Immunsystem gesunder Menschen lässt sich dieser Botenstoff finden. Allerdings habe ich bei meinen Untersuchungen am Krebsmodell und an Patienten mit Lungenkrebs entdeckt, dass Interleukin-17A bei ihnen stärker produziert wird, als bei Gesunden.“ Der Botenstoff wird von T-Lymphozyten (weißen Blutkörperchen) produziert, die wiederum von dem Protein T-bet reguliert werden. Sinkt der Spiegel dieses Proteins, wird eine fatale Kettenreaktion in Gang gesetzt: Das T-bet-Protein kann dann die Lymphozyten nicht mehr ausreichend steuern. In der Folge produzieren die Lymphozyten immer mehr Interleukin-17A, was wiederum das Wachstum der Krebstumoren fördert.

An dieser Stelle setzt die neue Behandlungsmethode an. Dem Forscherteam gelang es, Antikörper einzusetzen, die den Botenstoff Interleukin-17A blockieren. Bei Versuchen an Krebsmodellen führte die neue Behandlungsmethode zu einer Hemmung des Tumorwachstums und somit zu einer größeren Überlebensrate. Die Antikörper werden dabei tröpfchenweise über die Nase verabreicht. Die Versuchsergebnisse wurden bereits in der renommierten Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

 

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