Energie & Umwelt

FRA und GBR blockieren Terror-Check von Atomkraftwerken

Vor dem Hintergrund der Atomkatastrophe in Japan hatte das atomkraftfreie Österreich einen EU-weiten Stresstest der Atomkraftwerke angestrengt. Ein möglicher Terroranschlag soll dabei allerdings – anders als in Deutschland – nicht untersucht werden. Dagegen haben sich nun Frankreich und Großbritannien, wohl im Hinblick auf ihre zum Teil sehr maroden AKWs, stark gemacht. So werde wohl eine Untersuchung der 143 AKWs in der EU auf eine ausreichende Sicherung gegen Flugzeugabstürze, Terroranschläge oder auch menschlichem Versagen nicht stattfinden. „Die Interessen sind hier nicht deckungsgleich“, heißt es formell aus Kreisen der EU-Kommission. Konsens bestehe lediglich darüber, die Folgen von Naturkatastrophen zu testen: Erdbeben, Hochwasser sowie extreme Hitze und Kälte. Eine Entscheidung über den Maßnahmekatalog und die Prüfkriterien soll bis zum 12. Mai vorliegen. Die Stresstests werden dann bis Jahresende durchgeführt. EU-Energiekommissar Günther Oettinger spricht nun davon, dass zumindest die Mitgliedstaaten, die das wollen, ja einen umfassenderen freiwilligen Atomstresstest durchführen können. Die EU-Kommission bemühte sich allerdings, die Verbesserungen gegenüber dem monetanen desolaten Zustand herauszustellen. Dank der Stresstests, so zitiert die Süddeutschen Zeitung, könne die Behörde nun erstmals die Baupläne aller Meiler einsehen und sie erhalte auch einen Überblick über alle Standorte. Die EU-Länder müssten zudem erstmals erklären, welche Sicherheitsstandards sie ihren Bau- und Betriebsgenehmigungen zugrunde gelegt hätten. Das sei "ein großer Fortschritt".

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