Wirtschaft

Frankreich wird den neuen EZB-Chef-Volkswirt stellen

Die Euro-Finanzminister haben sich bei der Neubesetzung des Postens für den Chef-Volkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) für den französischen Personalvorschlag entschieden, den bisherigen Chef-Volkswirt des französischen Schatzamtes, Benoit Coeure. Coeure soll ab 2012 den Italiener Lorenzo Bini Smaghi ablösen, der das EZB-Direktorium vorzeitig verlassen muss, weil sein Landsmann Mario Draghi zum 1. November Präsident der EZB wurde und es unüblich ist, dass zwei der sechs obersten Währungshüter dieselbe Nationalität besitzen. Coeure soll dann zugleich auch Nachfolger des scheidenden deutschen EZB- Chef-Volkswirts Stark werden.

Der Posten des EZB-Chef-Volkswirts war seit der Gründung der EZB von Deutschland besetzt worden – Berlin hatte somit als Starks Nachfolger auch den Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen (SPD) vorgeschlagen. Die Entscheidung hat auch eine richtungweisende Bedeutung: Frankreich wünscht sich eine stärkere Rolle der EZB in der Euro-Schuldenkrise, Deutschland möchte die unabhängige EZB lieber heraushalten. Während Deutschland eher die Preisstabilität im Fokus hat und dafür niedrige Lohnabschlüsse und hohe Zinsen bevorzugt, wollen die Franzosen ein stärkeres Engagement der Zentralbank zur Ankurbelung der Konjunktur und des Wirtschaftswachstums.
 

 

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