Klima & Umwelt

Franz Alt: Nach dem Elektroauto das Elektroflugzeug?

… aus dem wöchentlichen Kommentar von Dr. Franz Alt. Nach „E-Mobilität: Siemens baut Elektroautos“ folgt heute: „Nach dem Elektroauto das Elektroflugzeug?“.

Was vor wenigen Jahren noch als reine Utopie schien, könnte schon bis 2030 Realität sein. Der Luftfahrtkonzern Airbus will Flugzeuge bauen, die nicht mehr mit Kerosin fliegen, sondern mit Strom. Nach dem Elektroauto bald das Elektroflugzeug? Kommt die Revolution der Luftfahrt?

Das erste Elektroflugzeug heißt E-Fan

Flugzeug, fliegen
Elektroflugzeug: Fliegen wir bald mit Strom statt Kerosin? (Bild: Albrecht E. Arnold / pixelio.de)

Es ist über sieben Meter lang, hat eine Spannweite von zehn Metern und wiegt 500 Kilogramm. 20 Erprobungsflüge hat Airbus damit bereits durchgeführt. „Wir untersuchen die Technologie der Zukunft“, sagt der Airbus-Forschungschef Jean Botti zur Süddeutschen Zeitung.

Bisher wurden nur elektrische Einsitzer getestet. Aber inzwischen können sich die Airbus-Ingenieure vorstellen, dass in etwa 15 Jahren auch Flugzeuge mit 90 Passagieren elektrisch auf Regionalstrecken fliegen.

Wie beim Elektroauto ist auch beim Elektroflugzeug die Batterie das Hauptproblem. Nur: Beim Elektroauto muss das Gewicht beschleunigt und abgebremst werden, aber beim Elektroflugzeug zusätzlich auch in der Luft gehalten.

Das soll erst der Anfang sein

Bisher flog der E-Fan beim Test mit 80 PS in 700 Metern Höhe 35 Minuten. Das soll aber erst der Anfang sein. Das künftige elektrische Regionalflugzeug mit etwa 90 Fluggästen soll zunächst ein Hybrid-Flugzeug sein, sagt Botti.

Zusätzlich zu den Batterien soll eine Gasturbine Strom erzeugen. Die Süddeutsche Zeitung schreibt dazu: „Beim Start, wenn die maximale Leistung benötigt wird, versorgt sie gemeinsam mit den Akkus die sechs Elektromotoren mit Energie. Im Reiseflug wird die Turbine dagegen nur benötigt, um die Batterien permanent aufzuladen. Während der Landung werden die Elektropropeller abgestellt. Sie können dann – wie Windräder – Strom erzeugen und die Batterien laden.“

CO2-Ausstöße um 90 Prozent reduzieren

Ein möglicher E-Airbus ist leiser, umweltfreundlicher und natürlich leichter als ein Kerosin-Flieger. Die internationale Luftfahrtbranche hat sich selbst strenge Umweltauflagen verordnet: Bis 2050 soll der Lärm um 65 Prozent gemindert werden und die CO2-Ausstöße sogar um 90 Prozent.

Dazu passt der Hybridflieger und langfristig gar das reine Elektroflugzeug. Bis aber am Himmel Hochspannung herrscht, werden sicher noch einige Jahre vergehen. Der Ingenieur Botti sagt: „Während ich bei den Motoren zuversichtlich bin, bereiten mir die Batterien die größten Kopfschmerzen.“

Auf jeden Fall ein spannender Lernprozess.

Quelle: © Franz Alt 2014

Über Franz Alt

Portrait von Dr. Franz Alt
Dr. Franz alt (© Bild: privat)

Dr. Franz Alt hat politische Wissenschaften, Geschichte, Philosophie und Theologie studiert. Er war zwanzig Jahre Leiter und Moderator von „Report Baden-Baden“, bis 2003 Leiter der Zukunftsredaktion des SWR sowie Leiter und Moderator des 3sat-Magazins „Grenzenlos“. In den letzten Jahren hat er sich zudem als anerkannter und leidenschaftlicher Experte für die Bereiche Erneuerbare Energien sowie Energie- und Umweltpolitik etabliert. Er wurde von der EU-Kommission mit dem „Europäischen Solarpreis für Publizistik“ ausgezeichnet und hält jährlich hunderte Vorträge im gesamten deutschsprachigen Raum. Darüber hinaus wird er auch regelmäßig von ausländischen Regierungen gebeten, das deutsche Erneuerbare Energien Gesetz vorzustellen, das international als Vorbild für eine regenerative Energiewende mit der Zielgröße der Energieautarkie gilt. Für weiterführende Informationen siehe seine Website www.sonnenseite.com.

Christoph Schroeder

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