Deutschland

Franz Alt: Prokon. Hohe Gewinne – hohe Risiken

… aus dem wöchentlichen Kommentar von Dr. Franz Alt. Nach „Klimaschutz beginnt auf dem Teller“ folgt heute: Prokon. Hohe Gewinne – hohe Risiken“.

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Energiewende nicht schuld an der Malaise (Bild: Petra Bork / pixelio.de)

Viele Leser der Sonnenseite haben es im Fernsehen gesehen oder in Prospekten gelesen: Das Öko-Imperium Prokon warb mit hohen Zinsen von bis zu acht Prozent und zusätzlich mit hoher Sicherheit. Zudem wurde vor raffgierigen Bankern gewarnt. In einer Broschüre heißt es: Jeder wisse, dass „die Banken zugunsten eigener Gewinne und realitätsfremder Managergehälter immer höhere Risiken eingehen“, Prokon aber wirtschafte seriös und ökologisch.

Den schönen Worten vertraut

„Bei Prokon legen Sie Ihr Geld in einem Umfeld an, in dem die üblichen Risiken auf ein Minimum reduziert werden.“ Fazit: Bei Prokon sei das Geld „in Zeiten von Inflationsgefahr und Spekulationsblasen deutlich sicherer angelegt als auf Bankkonten und Sparbüchern.“

Rund 75.000 Anleger vertrauten den schönen Worten und legten bei Prokon 1,4 Milliarden Euro an. Die Öko-Firma betreibt damit 314 Windräder, 54 weitere sollen im Bau sein und 2.500 geplant, so die Firma.

Typisch für ein Schneeballsystem

Prokon, Erneuerbare Ernergien, Insolvenz
75.000 Anleger investierten 1,4 Milliarden Euro (Bild: Prokon-Startseite vom 20.01.2014).

Verbraucherschützer haben jedoch schon länger vor dem Prokon-Geschäftsmodell gewarnt. Es bestand und besteht der Verdacht eines Schneeballsystems. Das heißt: Die Renditen und Zinsen werden nicht aus den eigentlichen Einnahmen bezahlt, sondern mit dem Geld, das neue Investoren einzahlen.

Die Süddeutsche Zeitung schreibt am 14. Januar 2014: „Die Schwierigkeiten, die das Unternehmen hat, sind typisch für ein Schneeballsystem.“ Es könnte also sein, dass der Konzern mit acht Prozent Zinsen mehr Geld ausgeschüttet hat als er verdient.

Presseanfragen beantwortet die Firma seit Tagen nicht. Allein das ist schon verdächtig. Tausende Ökostrom-Anleger müssen um ihr Geld bangen.


Seite 2: Die Energiewende ist nicht die Ursache der Malaise

Christoph Schroeder

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