Regionales

Frauenerwerbstätigkeit in Hessen deutlich gestiegen

Staatssekretärin Petra Müller-Klepper: „Frauen sind ein großes und wichtiges Potential für den Arbeitsmarkt – diese ‚Stille Reserve‘ gilt es zu erschließen“

Immer mehr Frauen in Hessen sind erwerbstätig. „Zwischen 2000 und 2010 ist die Erwerbstätigenquote der Frauen von 58,6 Prozent auf 65,6 Prozent gestiegen. Dies ist eine positive Entwicklung hin zu mehr Chancengleichheit im Erwerbsleben“, erklärte die Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, Petra Müller-Klepper, heute bei der Fachtagung „BCA – Chancengleichheit am Arbeitsmarkt – Strategien zur Verwirklichung“ in Frankfurt, die das Ministerium gemeinsam mit dem Hessischen Landkreistag und dem Hessischen Städtetag veranstaltete.

Allerdings gehe diese Entwicklung mit einem Anstieg der Teilzeitquote einher. Sie sei in Hessen von 2001 bis 2011 um über 7 Prozentpunkte auf 37,1 Punkte gestiegen. „Der Anstieg der Frauenbeschäftigung ist vor allem auf die Zuwächse im Teilzeitbereich zurückzuführen. Teilzeitbeschäftigung ist weiblich. 81,5 Prozent der sozialversicherungspflichtig Teilzeitbeschäftigten sind Frauen“, so die Staatssekretärin. Auch das Ausmaß der ausschließlich geringfügigen Beschäftigung bei Frauen in Hessen sei mit rund 20 Prozent hoch und zuletzt sogar noch weiter gestiegen. Dabei wünsche sich rund die Hälfte der in Teilzeit oder geringfügig beschäftigten Frauen eine Ausweitung ihrer Arbeitszeit. „Hier schlummert ein großes Potential. Diese ‚Stille Reserve‘ des Arbeitsmarktes gilt es zu erschließen, indem die Arbeitsbedingungen familienfreundlicher gestaltet und insbesondere die Kinderbetreuungsangebote noch weiter ausgebaut werden. Wenn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch mehr erleichtert wird – und zwar für Frauen und für Männer, wird dies auch die Gleichstellung im Erwerbsleben weiter voran bringen“, betonte Petra Müller-Klepper. „Die ‚Beauftragten für Chancengleichheit im SBG II‘ (BCA) leisten dabei einen wichtigen und entscheidenden Beitrag. Sie tragen dem Grundrecht auf Gleichberechtigung von Männern und Frauen Rechnung und sorgen dafür, dass dies auch in der Arbeitsverwaltung umgesetzt wird.“

Die Lage am Arbeitsmarkt habe sich in den letzten Jahren sowohl für Frauen als auch für Männer erfreulich entwickelt, berichtete Müller-Klepper. „Die Beschäftigung beider Geschlechter hat zugenommen. Mit einer Arbeitslosenquote von aktuell 5,7 Prozent in Hessen (Stand August 2012) liegen wir 0,1 Prozentpunkte unter der Quote von vor einem Jahren“, so die Staatssekretärin weiter. Allerdings zeigten sich zwischen den Geschlechtern deutliche Unterschiede. So seien Frauen nicht nur häufiger in Minijobs und Teilzeit beschäftigt, sondern auch länger arbeitslos. Im Vergleich zwischen 2010 und 2011 sei zudem auffällig, dass der Rückgang der Langzeitbezieher bei Männern mit -6,4 Prozent höher gewesen sei als bei Frauen mit -5 Prozent.

Die seit 2011 tätigen BCA beraten und unterstützen die Arbeitsmarktverwaltung bei der Umsetzung der Gleichstellung von Frauen und Männern. Sie sorgen für die Einhaltung der Frauenförderung in der Arbeitsverwaltung und arbeiten eng mit den kommunalen Frauenbeauftragten zusammen. „So sollen Synergien in der kommunalen Arbeitsverwaltung geschaffen werden, die zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen und beim Wiedereinstieg in das Arbeits- und Ausbildungsleben unterstützen“, unterstrich Staatssekretärin Müller-Klepper. „Die erste Fachtagung der BCA in Hessen bietet eine wichtige Plattform für den fachlichen Austausch und soll dazu dienen, Instrumente und Handlungsorientierungen für die Arbeit der BCA weiter zu entwickeln.“

Die Fachtagung veranstaltet das Hessische Sozialministerium gemeinsam mit dem Hessischen Landkreistag und dem Hessischen Städtetag, die die Ansprechpartner und Koordinierungsstellen für die kommunalen Träger der Grundsicherung sind. Für die beiden vertretenden Kommunalen Spitzenverbände betonte Dr. Jan Hilligardt, Geschäftsführender Direktor des Hessischen Landkreistages, in seinem Beitrag die besondere Stellung der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt: „Seit nunmehr gut einem Jahr leisten sie hervorragende Arbeit in den kommunalen Jobcentern und unterstützen die Kreisjobcenter bei ihrer wichtigen Aufgabe, die vollständige Chancengleichheit auch bei der Integration in den Arbeitsmarkt so schnell wie möglich herzustellen.“

 

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