Themenserien

Freche Frauen führen besser

9 – Führung und Motivation – Die Angst vor Konflikten

 

Frauen meiden Konflikte

 

Tendieren Sie dazu, Konflikte zu meiden? Verhalten Sie sich in konfliktträchtigen Situationen unauffällig „damit nichts hochkommt“, anstatt Missstände klar und deutlich, beziehungsfreundlich und rechtzeitig aufzuzeigen? Umgehen Sie kontroverse Situationen, anstatt sich ihnen zu stellen? Ducken Sie sich und schlucken, anstatt den Mund aufzumachen? Gehören Sie auch zu den Frauen, die dabei stehen und  gequält lächeln, wenn Männer frauenfeindliche Witze machen, aber  nichts sagen? Und mit ihrem Lächeln vermitteln Sie auch noch den Eindruck, das lustig zu finden.

 

Die weibliche Harmoniesucht

 

Warum vermeiden Frauen Konflikte? Einer der Gründe ist die Angst vor Ablehnung. „Wenn ich auf den blöden Witz nicht zumindest lächle, gelte ich als Zicke“. Wenn Sie auf den Witz böse sagen: „das finde ich abscheulich“, werden Sie wahrscheinlich Ablehnung ernten. Wenn Sie aber auf den frauenfeindlichen Witz mit einem männerfeindlichen antworten, ernten Sie Gelächter. Wenn Sie das dreimal durchziehen, werden die Männer zu anderen Witzen umschwenken. Es ist ganz einfach, Männer in dieser Situation zu entwaffnen. Wer Konflikte verschärft, erntet Ablehnung, wer sie klug löst, erntet Zustimmung.

 

Und dann ist da noch die weibliche Beziehungsorientierung. Lieber sage  ich nichts, „weil es doch nichts bringt“.  Durch diese harmonieorientierte Einstellung  wird die Harmonie paradoxerweise gerade gestört. Denn der Konflikt wird unter den Teppich gekehrt  und entwickelt sich unterschwellig weiter.

 

Ertappen Sie sich auch manchmal, wie so viele Frauen, bei dem Gedanken: „Meine Wünsche sind nicht so wichtig“? Viele Frauen leiden an dieser tief sitzenden Selbstbehinderung: „Was andere wollen ist wichtiger.“ Diese Gedankenwelt hat man uns seit frühester Kindheit eingetrichtert, unsere Mütter machten da mit, weil auch sie es nicht anders gelernt hatten. Wenn immer Sie einem Konflikt ausweichen, fragen Sie sich: „Welchem Interesse gebe ich dann automatisch den Vorzug? Und liegt das in meinem eigenen Interesse?“

 

Viele erfolgreiche Frauen haben sehr feine Antennen für Interessen. Sowohl für die Interessen anderer als auch für die eigenen. Sie vernachlässigen die Interessen anderer nicht, aber schaffen es, auch an ihre eigenen zu denken. Das können Sie auch! Schließlich können wir Multitasking, also vieles gleichzeitig tun und Multiviewing, also vieles gleichzeitig mit unserem Rundumblick sehen!

 

Auf den Tisch hauen

 

Konfliktkompetenz kann auch heißen, mal auf den Tisch zu hauen. Das wollen Sie nicht? Das können Sie nicht? Müssen Sie auch nicht wirklich. Worum es hier geht, heißt „paradoxe Intervention“, also im Extremfall mal etwa zu tun, womit keine(r) rechnet.

 

Und das kann, wenn es wirklich ernst ist, durchaus mal die Faust auf dem Tisch sein. Oder etwas anderes, was zu Ihnen passt. „Ich werfe schon mal mit dem Stift über den Tisch“, erzählte mir jüngst eine Seminarteilnehmerin. „Natürlich nicht nach meinem Chef. Aber nach meinen Mitarbeitern. Und auch nur ganz selten. Das hat eine ungeheure Wirkung. Hinterher grinsen wir uns alle an.„

 

Konfliktfähigkeit ist eine Schlüsselkompetenz

 

Konflikte sind nicht nur im Geschäfts-, sondern auch im Privatleben keine Ausnahme, sondern die Regel. Kaum ist der eine gelöst, ruft schon der nächste: „Hier bin ich! Schau her! Mach was!“ Wir alle wissen das. ManagerInnen wissen das. Abteilungsleiter sind z. B. nicht  in erster Linie dazu da,  ihre Abteilung mit  Fachwissen zu führen, sondern auch, um allfällige Konflikte kompetent zu lösen und die Effizienz und Produktivität der Abteilung zu  steigern.

 

Sorgen Sie dafür, dass Ihre „Werkzeuge“ zur Konflikterkennung und -bearbeitung gut gepflegt und griffbereit  in Ihrem Werkzeugkoffer liegen und greifen Sie bei Bedarf beherzt zu.

 

Das nächste Mal sehen wir uns den beziehungsorientierten Führungsstil an..

 

 

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Das Buch zum Thema:

Das Führungsbuch für freche Frauen

Autoren: Cornelia Topf | Rolf Gawrich

Umfang: 296 Seiten

Austattung: Broschur

Format: 16,8 x 22 cm

ISBN: 978-3-636-01466-5

 

 

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Über Cornelia Topf:

 

Seit über zwanzig Jahren unterstützt Cornelia Topf als internationale Managementtrainerin und zertifizierter Businesscoach namhafte Unternehmen aller Größen und Branchen. Zu ihren Schwerpunkten gehören zielführende Kommunikation und erfolgsorientierte Körpersprache.  Insbesondere die Förderung von Frauen liegt der promovierten Wirtschaftswissenschaftlerin am Herzen. Die Geschäftsführerin von „metatalk Kommunikation & Training“ in Augsburg ist Autorin vieler Fachbücher und Ratgeber, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Sie ist zudem eine gefragte Expertin in den Medien. www.metatalk-training.de

 

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