Themenserien

Freche Frauen führen besser

3 – Hören Sie auf, gute Ideen zu verschenken …

 

Wir wissen nun: Männer haben Vorteile beim Beschaffen von nützlichen Informationen. Dasselbe gilt auch für den umgekehrten Informationsfluss, für das Geben von Informationen. Warum? Männer halten strategische Informationen geschickt zurück, frei nach dem Motto: Wissen ist Macht, nichts wissen macht nichts. Frauen dagegen informieren offener als Männer. Das ist gut und wichtig, wenn es um die Information von Mitarbeitern oder Kommunikation mit Kunden geht. Aber das übersehen Frauen gerne: Es gibt Situationen, in denen offene Information schädlich sein kann. Wenn es um Ideen, Projekte und Vorhaben geht, gibt es nur eine Devise für Frauen, die erfolgreich sein und bleiben wollen: „Einfach mal die Klappe halten“. Nicht umsonst habe ich eines meiner aktuellen Bücher so genannt, dieses strategisch eingesetzte Schweigen liegt mir sehr am Herzen, ist notwendige Voraussetzung für Ihren Führungserfolg, lässt sich lernen und kann ungeheuer Spaß machen.

 

In meinen Coachings und Training mache ich immer wieder die geradezu schockierende Erfahrung:

Frauen werden weitaus häufiger Ideen von Kollegen „geklaut“ als Männern! Wie kommt es dazu?

 

Männer schweigen aus Kalkül

 

Frauen gehen so großzügig mit ihren Informationen um, weil sie es für wichtig erachten, dass alle gut informiert sind, jeder genau weiß, was zu tun ist und Leistung, Klima und Motivation im Team gefördert werden. Lobenswert, aber es bringt Ihnen nichts, meine Damen! Denn hinter dem Informationsverhalten der Männer steckt reines Kalkül. Nach dem Motto „Wissen ist Macht“ wägen die Herren der Schöpfung genau: Was bringt mir die Weitergabe dieser Information? Was ihr Verschweigen? Männer informieren entweder gar nicht oder zu wenig. Und wenn, dann mit Hintergedanken. Je mehr jemand weiß und verschweigt – oder sein Wissen gezielt einsetzt – desto besser kann er andere manipulieren.

 

Denken Sie, bevor Sie informieren

 

Was also ist zu tun?  Es ist viel einfacher: Denken Sie, bevor Sie informieren! Es ist kein Fehler, auf die Vorteile der offenen Informationen zu setzen, wenn Sie sich gleichzeitig auch deren Nachteile bewusst machen. Fragen Sie sich: Was sind die unerwünschten Folgen, wenn ich dieses Wissen weitergebe? Und beugen Sie vor.

 

Schützen Sie Ihre Ideen

 

Sie sprechen eine innovative Idee im Kreis der lieben Kollegen an – und am nächsten Tag verkauft es Kollege G. dem Chef als seine Schöpfung. Was nun? Viele Frauen reagieren dann mit erstaunlicher Naivität auf diesen Ideenklau. Von Reaktionen wie „Ist doch schön, wenn die Idee sich durchsetzt“ bis zu ohnmächtigem Zorn habe ich in meinen Coachings diverse Zwischenvarianten des weiblichen Ärgers über Ideenklau erlebt. Aber auch der ohnmächtige Zorn entlädt sich dann oft nur bei der besten Freundin.

Und genau damit rechnen viele Männer. Frauen lassen das mit sich machen, weil sie überrascht sind vom Verhalten der Männer, weil sie erwarten, dass die sich fair verhalten. Meine Damen, wachen Sie auf! Natürlich gibt es gefestigte Männer, die von vorbildlicher Fairness im Umgang mit Menschen sind. Aber rechnen Sie nicht fest damit. Übrigens, an dieser Stelle: Lesen Sie „Männer tun dies und das“ bitte immer als „Viele Männer tun dies und das“.

 

Umgang mit Ideenklau

 

Was sicher nicht funktioniert: Vorwürfe! Vergessen Sie „Wie kannst Du mir das antun“ oder ähnliche Aussagen. Das prallt an Männern ab. Ebenso wenig zu empfehlen: Der Gang zum Chef. Ein Chef ist kein Übervater, keine Übermutter und wird – egal welchen Geschlechts – von der „Petze“ nicht begeistert sein. Wer sich zu wehren weiß, braucht keinen Chef.

 

Nein, die richtige Reaktion ist, von einem Ideenräuber eine konkrete Gegenleistung zu fordern. Dann werden Sie erreichen, was Sie wollen, dann werden Sie Ihren Weg machen. Erfolgreiche Frauen fragen sich bei jedem Vorfall: „Was ist mir wichtiger, meine Bequemlichkeit oder mein Erfolg?“.  Möglicherweise wird Ihnen diese Konfrontation beim ersten Mal etwas schwer fallen, aber auch hier macht Übung die Meisterin. Den Ideendieb zu stellen und von ihm eine „Bezahlung“ der geklauten Idee zu fordern, ist eine simple und von vielen erfolgreichen Frauen angewandte Technik. Also zum Beispiel: „Es spricht für meine Idee, dass Du sie ungefragt übernommen hast. Als Gegenleistung unterstützt Du mich bitte bei….“ Probieren Sie es aus. Noch besser ist natürlich, Sie schweigen strategisch im richtigen Moment und lassen es nie wieder zum Klau kommen!

 

Das nächste Mal erfahren Sie, wie unterschiedlich Männer und Frauen den Begriff Wahrheit definieren können …

 

 

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Das Buch zum Thema:

 

Das Führungsbuch für freche Frauen

Autoren: Cornelia Topf | Rolf Gawrich

Umfang: 296 Seiten

Austattung: Broschur

Format: 16,8 x 22 cm

ISBN: 978-3-636-01466-5

 

 

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Über Cornelia Topf:

 

Seit über zwanzig Jahren unterstützt Cornelia Topf als internationale Managementtrainerin und zertifizierter Businesscoach namhafte Unternehmen aller Größen und Branchen. Zu ihren Schwerpunkten gehören zielführende Kommunikation und erfolgsorientierte Körpersprache.  Insbesondere die Förderung von Frauen liegt der promovierten Wirtschaftswissenschaftlerin am Herzen. Die Geschäftsführerin von „metatalk Kommunikation & Training“ in Augsburg ist Autorin vieler Fachbücher und Ratgeber, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Sie ist zudem eine gefragte Expertin in den Medien. www.metatalk-training.de

 

 

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