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Freie Fahrt ohne Grenzen: Keine Alternativen zu Europa

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Es gibt keine Alternative zu Europa (Bild: © istock.com/5xinc)

Die EU macht gerade schwere Zeiten durch: Die Eurokrise hält unvermindert an, von außen drängen Millionen Flüchtlinge in die Eurozone und einer der größten Geldgeber droht sich angesichts einer unverhofften Rechnung zu verabschieden. Dennoch gibt es keine Alternative zum Projekt gemeinsames Europa.

Freie Fahrt in ganz Europa

Flüchtlingsansturm hier und Sozialtourismus da: Kein Wunder, dass die EU immer häufiger über die Wiedereinführung von Grenzkontrollen nachdenkt. Darüber wird jedoch gerne vergessen, welche Vorteile die freie Fahrt im Schengen-Raum bedeutet. Wer beispielsweise an der Grenze zwischen den USA und Kanada über eine Stunde auf die Abfertigung warten muss oder den umständlichen Hindernisparcours auf der „Friendship Bridge“ zwischen Thailand und Laos absolviert, weiß es durchaus zu schätzen, bei der nächsten Einkaufstour nach Polen oder in die Niederlande problemlos über die Grenze zu brausen oder beim Urlaub an der Adria keine doppelten Grenzkontrollen nach Österreich und Italien passieren zu müssen.

Kurz nach dem Fall der Grenzkontrollen wurde in der EU das sogenannte Eurokennzeichen eingeführt, das bis heute bei der Schaffung einer europäischen Identität hilft. Wer mehr darüber erfahren will, findet alles Wissenswerte zum Eurokennzeichen auf leseuronautes.eu zum Nachlesen. Jeden Tag passieren seitdem hunderttausende Europäer problemlos die Grenzen innerhalb der Schengen-Zone, einer geografischen Region, in der sich die Völker über Jahrhunderte mit Misstrauen betrachteten und nur allzu gerne Krieg gegeneinander führten. Dies ist eine Errungenschaft, die nicht so leichtfertig wieder aufgegeben werden sollte.

Europa kann nur gemeinsam überleben

Sicher gibt es viele Bereiche, in denen sich die EU mit ihrer Regelwut lächerlich macht und das Motto Global denken, lokal handeln befolgen sollte, um regionale Eigenheiten zu respektieren. Aber letztendlich kann Europa als Wirtschaftsraum nur gemeinsam in der modernen globalisierten Welt überleben. Dies zeigt beispielsweise ein direkter Vergleich zwischen der Wirtschaftskraft USA und der EU. Von der Wirtschaftsmacht Asiens gar nicht zu sprechen, wenn die asiatischen Staaten gemeinsam als APEC auftreten, als Asiatisch-Pazifische Wirtschaftsgemeinschaft.

Dass die EU einige Probleme auf andere Art angehen muss – wie den eingangs erwähnten Sozialtourismus oder einen sinnvolleren Umgang mit den Flüchtlingswellen – steht außer Frage. Aber Grenzkontrollen oder gar die Aufgabe der europäischen Idee kann das Ziel nicht sein. Das wissen übrigens auch die Briten, die zwar regelmäßig mit dem „Brexit“ drohen und den Beitritt der Schengen-Zone verweigern, aber die eben auch nicht ganz ohne Europa können.

 

Oliver Foitzik

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