Einsichten & Ansichten

Frustration macht uns kreativ

Frust, Wut, Frustration

Frustration gehört mit zu den schlimmsten Emotionen, die ein Mensch empfinden kann. Frustration ist eine Wunschversagung, die oft in Aggression übergehen kann. Tim Harford, britischer Ökonum und Autor des Buches The Undercover Economist, spricht nun über dieses leidige Thema. In seinem TED-Talk zum Thema „How Frustration Can Make Us More Creative“ zeigt er an Hand von Beispielen, wie wir unsere Frustration in etwas Positives umwandeln können.

Tim Harford: How Frustration Can Make Us More Creative

(Quelle: TED / YouTube)

Frustration hilft bei der Kreativität

Wir kennen alle die Situation, in der es einfach nicht weiter geht. Tim Harford zeigt durch Beispiele, wie man den Frust, der sich über eine Zeit hinweg aufbaut, für Innovationen nutzen kann.

Keith Jarrett, ein amerikanischer Jazzmusiker, gab ein Konzert in Köln. Das einzige Problem: das Piano, auf dem er hätte spielen sollen, war kaputt. Einige Tasten hatten eine klebrige Oberfläche, andere waren falsch gestimmt. Jarrett entschloss sich also, an diesem Abend nicht zu spielen. Die 17-jährige Veranstalterin des Konzerts, akzeptierte das nicht und flehte darum, dass der Pianist doch spielte. Er willigte ein und performte ein großartiges Werk an Musikgeschichte. Jarrett lies die kaputten Tasten des Klaviers aus und konzentrierte sich auf die spielbaren. Nicht nur das Musikmagazin Rollingstone zeigte sich von Keith Jarretts „Köln Concert“: Fliegen mit gestutztem Flügel begeistert. Auch das Publikum war außer Rand und Band und die Aufnahmen gehören zu den meist verkauften seiner Karriere.

Kreieren Sie Chaos

Ein anderes Experiment aus der Sozialpsychologie zeigt, dass Chaos Probleme um ein vielfaches einfacher lösen lässt. Das Experiment widmete sich dem Lösen eines Mordfalls. Die erste Gruppe, vier Freunde, hatten eine 50-Prozent-Chance den Fall zu lösen. Sie fühlten sich wohl in der Umgebung, konnten den Fall allerdings nicht lösen.

Das zweite Team bestand aus drei Freunden und einem Fremden. Mit einer Chance von 75 Prozent und einem unguten Gefühl, den Fall nicht gelöst zu haben, gelang es ihnen jedoch den Mordfall aufzulösen. Der Fremde hatte also seine Aufgabe erfolgreich erfüllt: Er kreierte Chaos unter den Freunden, schaffte ein ungemütliches Gefühl und änderte das Kommunikationsverhalten.

Wer also vor einem Problem steht und nicht mehr weiter weiß, sollte sich nicht frustrieren lassen. Stellen Sie Ihre bisherige Vorgehensweise auf den Kopf und vertrauen Sie dem Chaos. In Tim Harfords Worten: „Sit down and play the unplayable piano.“

Lydia Hagen

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