Interviews

Führung als „Selbstverständlichkeit“ leben

Dr. Stephanie Robben-Beyer, Family Business, Führung, Leadership, Familie, Führungskompetenz

Dr. Stephanie Robben-Beyer vergleicht in ihrem neuen Booklet „Family Business – Das Praxis-Booklet für wertvolles Führen und Erziehen“ die erfolgreichsten Führungs- und Erziehungsprinzipien miteinander. Dabei gibt Sie Anregungen, wie Sie als Familienmensch und Führungskraft – als Elternteil und Unternehmer – Ihre emotionalen und sozialen Kompetenzen aus beiden Bereichen gewinnbringend miteinander verknüpfen können. Wir haben dazu mit Dr. Stephanie Robben-Beyer – Business Coach mit dem Spezialgebiet „Empathische Kommunikation“ – gesprochen.

Hinweis der Redaktion: Wir verlosen auf AGITANO 3 Bücher von „Family Business – Das Praxis-Booklet für wertvolles Führen und Erziehen“ von Dr. Stephanie Robben-Beyer. Mitmachen und gewinnen!

Führung im Family-Business – Interview mit Dr. Stephanie Robben-Beyer

Lesen Sie, wie Dr. Stephanie Robben-Beyer die Thematik von „Family Business – Das Praxis-Booklet für wertvolles Führen und Erziehen“ entwickelt hat. Und erfahren Sie, ob alle Eltern die „besseren Führungskräfte“ sind.

Frau Dr. Robben-Beyer, wie kamen Sie auf die Thematik Ihres neuen Booklets?

Meine Idee ist im Rahmen meiner Coachings und Trainings entstanden. Ich arbeite sehr individuell mit jedem einzelnen Kunden. Empathisch versuche ich, ihn „dort abzuholen, wo er steht“. Intuitiv führe ich – seit ich Stiefmutter bin (seit zwei Jahren auch Stief-Oma) und in einer Patchwork-Familie lebe und insbesondere seit ich eine eigene Tochter habe – zur Ausführung bestimmter Führungsthemen immer wieder Beispiele aus meinen Alltagssituationen als Mutter an. Viele Manager geben dann ein positives Feedback. Sie haben ein „Aha-Erlebnis“ und erkennen sich als Vater und Mutter in meinen Erfahrungen wieder. Sie nehmen spätestens dann die Parallelen zwischen Erziehung und Führungsverhalten wahr. Meine Vergleiche sind pragmatisch. Manager können sich damit identifizieren und in der Folge reflektieren und im Familien- und Firmenalltag umsetzen.

Nehmen wir das Beispiel „Kommunikation – Freundlichkeit – Zuwendung“. Die Mutter geht mit ihrem Sohn am Vortag des Heiligen Abends einkaufen. Die Stimmung im Lebensmittelladen ist hektisch. Die Menschen sind ungeduldig. Die Mutter findet dennoch für die Verkäuferinnen ein nettes Wort. Sie plaudert an der Kasse in der Warteschlange. Der Sohn stellt beim Einpacken der Sachen ins Auto fest: „Mensch, Mama. Du warst echt cool. Die Leute waren ja total hektisch und nervös, beinah aggressiv. Doch du hast denen mit deiner Freundlichkeit echt glatt „die Luft aus den Segeln“ genommen. Die Leute konnten ja gar nicht anders, als auch nett zu dir zu sein.“

Im Unternehmen steht das Projektteam wenige Tage vor dem Abgabetermin eines wichtigen Projektes. Die Mitarbeiter sind nervös, stehen unter Druck. Sie kommunizieren hektisch. Ihre Befangenheit im Hinblick auf die Reaktion auf das Projektergebnis ist deutlich spürbar. Wird es vom Kunden akzeptiert und belobigt werden? Ist das Projekt ein Erfolg? Die Chefin beobachtet die Teammitglieder aufmerksam. Sie geht herum und spricht mit jedem. Dabei versucht sie, die Anspannung zu nehmen und sie zuversichtlich zu stimmen. Sie motiviert ihre Mitarbeiter für die finalen Tage vor der Projektabgabe.

Dr. Stephanie Robben-Beyer, Family Business, Führung, Leadership, Familie, Führungskompetenz
„Family Business – Das Praxis-Booklet für wertvolles Führen und Erziehen“ – das neue Buch von Dr. Stephanie Robben-Beyer (Bild: © Dr. Stephanie Robben-Beyer)

Die Erkenntnis daraus ist: Insbesondere in Krisenzeiten „macht der Ton die Musik“. Eine konstruktive Kommunikation, Zuwendung und ein individuelles Wort an und für jeden Mitarbeiter entspannt die Atmosphäre und kann zuversichtlich stimmen und motivierend wirken.

Können das alle Führungskräfte, die Eltern sind?

Das können alle, die sich reflektieren. Die über ihr Denken, Fühlen, Reden und Handeln nachdenken. Mit einem achtsamen Blick – einer Selbst-Bewusstheit – können Sie erkennen: „Ich habe hervorragende Voraussetzungen, die ich in die Führung in meinem Unternehmen transferieren kann.“ Warum?

  • Eltern / Führungskräfte sind Vorbild. Ihre Kinder / Mitarbeiter orientieren sich an ihnen. Lernen an ihrem Modell.
  • Eltern / Führungskräfte sind bereit, ihre Kinder / Mitarbeiter mit ihrem Wissen, Können und Ihrem Erfahrungsschatz zu unterstützen.
  • Sie möchten ihre Kinder / Mitarbeiter zum „Selber-Tun“ motivieren.
  • Sie fördern, beraten, trainieren, kritisieren und vieles mehr ihre Kinder / Mitarbeiter.
  • Sie lassen (im Rahmen der Gegebenheiten) Fehler zu.
  • Sie freuen sich ehrlich an deren Erfolgen und feiern diese mit ihnen.
  • Sie handeln jeweils flexibel, das bedeutet, personen- und situationsbezogen.
  • Sie haben eine Beziehung zu ihrem Kind / Mitarbeiter, die durch Empathie geprägt ist.
  • Sie nehmen ihre Kinder / Mitarbeiter an der Hand.
  • Sie nehmen sich Zeit für sie.
  • Sie schaffen ihnen ein Umfeld, dass Entwicklung fördert.

Ein Transfer beziehungsweise eine Verknüpfung dieser gelebten Führungskompetenzen aus der Erziehung in die Führung in der Firma macht großen Sinn.

Warum ist es wichtig, dass Führungskräfte das für sich erkennen?

Dieser Transfer ermöglicht, Führung als „Selbstverständlichkeit“ zu leben. Manager vertiefen ein Thema, das sie kennen und modifizieren. Das ist wesentlich einfacher und praktischer als „Neues“ zu lernen. Manager leben damit „Menschlichkeit“ – ein Faktor, der sich auch in der Unternehmensführung rechnet. Das wissen wir aus zahlreichen Umfragen und Studien. Manager leben dann Führung unter anderem auch mit dem Aspekt „Fürsorge haben“. Mit der Intention Mitarbeiter als „Family Members“ zu begreifen. Sie erkennen damit auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf beziehungsweiseUnternehmen an. Und darüber hinaus respektieren Sie die enormen Ressourcen, die ihre Mitarbeiter auf Basis ihres Mutter- und Vater-Seins haben.

Vielen Dank Frau Dr. Robben-Beyer für diesen interessanten Ansatz und die andere Sichtweise auf Führung. Im 2. Interview erfahren wir mehr über diese Art der Führung und Ihre Auffassung von Work-Life-Balance.

Das Interview mit Dr. Stephanie Robben-Beyer führte Oliver Foitzik, Herausgeber des Wirtschafts- und Mittelstandsmagazins AGITANO sowie Geschäftsführer der FOMACO GmbH.

 

Hinweis der Redaktion

Sichern Sie sich Ihr persönliches Exemplar und lernen die andere Art der Führung kennen – abgeleitet aus dem privaten beziehungsweise Familienumfeld! Wir verlosen auf AGITANO 3 Bücher von „Family Business – Das Praxis-Booklet für wertvolles Führen und Erziehen“ von Dr. Stephanie Robben-Beyer. Mitmachen und gewinnen!

 

Über Dr. Stephanie Robben-Beyer

Die promovierte Altphilologin und ehemalige Gymnasiallehrerin Dr. Stephanie Robben-Beyer ist Business Coach mit dem Spezialgebiet „Empathische Kommunikation“, Moderatorin, Key Note Speaker –  und: Ehefrau und Mutter. In Ihren sehr persönlichen Coachings hilft sie ihren Klienten, Soft Skills zu wirksamen Führungsstärken aus- und aufzubauen. Sie stellt dabei immer wieder erstaunliche Parallelen zwischen dem Führungsverhalten in der Familie und jenem im Arbeitsalltag fest. In ihrer Coaching-Praxis bringt sie diese Erkenntnisse mit großem Erfolg in den individuellen Beratungskontext ein. Ihre Erfahrungen und Ergebnisse hat sie systematisch gesammelt und aufbereitet – die Grundlage für „Family Business“.

Mehr erfahren Sie unter www.dr-robben-coaching.de.

 

Oliver Foitzik

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