Wirtschaft

G7 intervenieren gegen Spekulanten beim japanischen Yen

Japan benötigt eine billige Währung. Das würde den Export der angeschlagenen Wirtschaft verbilligen und dem katastrophengeplagten Land helfen. Japans Wirtschaft hat bereits vor der Katastrophe mit einem stark überbewerteten Yen und einer Deflation gekämpft. Nun haben offenbar vor allem Spekulationsgeschäfte dafür gesorgt, dass der Yen sich weiter verteuert hat (auf 78,41 Yen pro Dollar, knapp unter dem Allzeittief des Dollar von 79,75 Yen aus dem April 1995). Laut Währungsexperten Derek Halpenny von der Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ sei der Kursverlauf eindeutig unnormal. Er sei „getrieben von kurzfristigen spekulativen Geldflüssen“. Viele Investoren haben offenbar ihre spekulativen und hoch riskanten so genannten „Carry Trades“ aufgelöst: Dabei wird der nahe Null liegende Leitzins in Japan ausgenutzt, um sich günstig zu verschulden und das Geld in Regionen mit höherem Zinsniveau anzulegen. Die Differenz wird eingestrichen. Daher seien automatische Orders zur Verlustbegrenzung ein wichtiger Grund für die Talfahrt des Dollar zum Yen gewesen. Zudem würden ausländische Investoren dringend Yen benötigen, um nach dem vorübergehenden Kurssturz der japanischen Börsen die gestiegenen Sicherheitsleistungen ihrer Terminkontrakte zu erfüllen. Von Donnerstag auf Freitag haben die Zentralbanken der G7-Staaten inzwischen interveniert und koordiniert Yen verkauft. Dadurch wurden die Kursgewinne des Yen vom Vortag nahezu wieder wettgemacht. Japans Finanzminister Yoshihiko Noda: „Es ist von großer Bedeutung, dass die G-7-Führungen sich in einer für Japan schwierigen Lage geeinigt haben, gemeinsam zu handeln, um die Märkte zu stabilisieren.“

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