Energie & Umwelt

Gazprom breitet sich in Europa aus – Luxemburg neues EU-Hauptquartier

Die Exportmenge des russischen Gasmonopolisten Gazprom in Länder außerhalb des postsowjetischen Einzugsgebiets hat sich im ersten Halbjahr 2011 um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöht. Auch in diesem Jahr wird mit einer weiteren starken Zunahme gerechnet. Allein nach Europa sollen 155 bis 158 Milliarden Kubikmeter Gas im Umfang von 60 Milliarden Dollar geliefert werden (2010: knapp 55 Milliarden Dollar). Der russische Staatsmonopolist hat einen Marktanteil in Europa von derzeit 23 Prozent.

Derweil wird die Europazentrale von Gazprom von Berlin nach Luxemburg verlegt, während das operative Geschäft künftig von London aus gesteuert werden soll. Der Stadt Berlin wird dadurch Steuereinnahmen in Millionenhöhe verloren gehen, auch werden einige der derzeit 520 Stellen vor Ort gestrichen. Gazprom Germania mit Sitz in Berlin galt bis dato als wichtigste ausländische Dependance des russischen Gasriesens.

Russland bastelt derweil an einem zweiten Gazprom: Laut Gazprom-CEO Miller sind die Ziele zur Erschließung des Festlandsockels in der Arktis und zur Erdgasförderung auf der Jamal-Halbinsel so ambitioniert und dimensioniert, dass dies faktisch der Gründung eines zweiten Gazprom-Konzerns gleich käme. „Wir schaffen jetzt faktisch ein neues Gazprom! Und das ist nicht bloß ein geflügeltes Wort. Die Schaffung eines neuen Gasförderzentrums auf der Jamal-Halbinsel und dem arktischen Schelf lässt sich den Dimensionen nach mit der Erschließung der sowjetischen Riesenölvorkommen wie Urengoi, Medweschij und Jamburg vergleichen.“

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