Panorama

Generacíon Nueva e.V.

startsocial und AGITANO stellen die Stipendiaten 2009 vor:

 

Der Verein „generacíon nueva“ (gegründet 2008) möchte einen aktiven und nachhaltigen Beitrag zur Bekämpfung der ländlichen Armut in Mexiko und Mittelamerika durch Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Die Konzentration und Bündelung mehrerer entwicklungsfördernder Ansätze auf eine kleine, klar umrissene regionale Struktur stehen dabei im Fokus des Vereins. Zu diesen Ansätzen zählen die Förderung landwirtschaftlicher Anbaumethoden, die Vermarktung der Produkte, die Hilfe durch Mikro-Finanzierung sowie der Aufbau von Schulen bzw. der Zugang zu Bildung zur Stärkung der kulturellen Identität. Das vorrangige Ziel ist, dass aus solchen kleinen „Förder-Regionen“ positive Beschäftigungs- und Wohlfahrts-Effekte in ein größeres regionales Umfeld abstrahlen (Inkubator-Ansatz). Der erste dieser Inkubatoren ist der Ort Becan im Süden Yucatans/Mexiko.

 

Arbeitsgruppen

Dieser sehr junge und noch im Aufbau befindliche Verein sieht sich als Zusammenschluss interessierter Mitglieder, welche sich in Arbeitsfeldern betätigen und noch Ihrer Mithilfe bedürfen. Der Verein bündelt die Ideen und Kräfte von engagierte Nachwuchskräften und erfahrenen Spezialisten auf eine Verbesserung der Lebensbedingungen in den Zielorten.

 

Mitglieder und Sponsoren

Der Verein verdankt seine Aktivität dem Engagement seiner Mitglieder. Er finanziert sich ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und die Zusammenarbeit mit Sponsoren.

Die Mitgliedschaft beträgt zunächst ein Jahr und verlängert sich erst nach Zahlung des Mitgliedsbeitrages für das neue Jahr. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 25 € pro Jahr. Für die Mitglieder schafft der Verein die Möglichkeit, wichtige Erfahrungen im Aufbau einerseits einer gemeinnützigen Institution (Verein) und andererseits eines Inkubators zu sammeln. Dabei können unbürokratisch eigene Ideen in Abstimmung mit den Zielen des Vereines verwirklicht werden, welche als Einzelperson nicht zu realisieren wären. Der Verein wünscht und begrüßt auch das finanzielle Engagement von Sponsoren und deren Expertise.

Mitglieder und Sponsoren erhalten die Möglichkeit, Lebensbedingungen und Schicksale im Zielland kennenzulernen, mit Menschen in den Dialog zu treten, dauerhaft etwas Positives zu bewirken und Ihr Leben um neue Erfahrungen zu bereichern. Der Verein, seine Pressearbeit und Webpräsenz helfen, das soziale Engagement der Mitglieder und der Sponsoren nach außen zu kommunizieren. Zugleich werden hierüber auch die Erfolge und Entwicklungen der Vereinstätigkeit den Mitgliedern, Sponsoren und der weiteren Öffentlichkeit vorgestellt.

 

1. Inkubator: Becan

Becan ist ein kleiner Ort mit 29 Familien im Bundesstaat Campeche im Süden der Halbinsel Yucatan. Die Anbindung mit den größeren Stäten des Landes erfolgt über eine gut ausgebaute Straße. Der Ort hat eine Grundschule und einen kleinen Kiosk für die Dinge des täglichen Bedarfes. Die Bewohner von Becan arbeiten im Bereich Tourismus und treiben Landwirtschaft für den Eigenbedarf. Es liegen mehrere Maya-Ruinen in der unmittelbaren Peripherie des Ortes.

 

Arbeitsbereich "Mikrofinanz"

Der Verein sucht durch neue Wege, einen kostengünstigen Zugriff auf finanzielle Mittel an kleine und Kleinst-Kreditnehmer zu gewährleisten. Gleichzeitig werden lokale Einlagen entgegengenommen, verzinst und in den Mikro-Kreditfonds gespeist. Sponsoren finanzieren durch ihre Einlagen von daher konkrete Projekte, welche vom Verein identifiziert, beschrieben und laufend evaluiert werden. Kredit-Rückzahlungen fließen in den Fond zur weiteren Ausleihung. Der Verein leiht unentgeltlich Beträge für Investitionen der ländlichen Bevölkerung (z.B. Saatgut, Vieh- und Geflügelbestand, Handelswaren).

Der Fond wird aus Mitgliedsbeiträgen und Beiträgen von Sponsoren, sowie Rückzahlungen der Mikro-Finanznehmer versorgt. Der Verein folgt dabei der Auffassung der Weltbank, dass Mikro-Finanz bzw. der Zugang zu finanziellen Mitteln ein Ausweg aus der Armut darstellt. Als positive Beispiele dienen die Gramin Bank in Bangladesch und CARDS auf den Philippinen.

Als erste Aktivität in diesem Bereich erhielten 14 Familien im Ort je 75 USD als zinslosen Kredit mit einer Laufzeit von einem Jahr. Am Ende der Laufzeit geben diese Familien den Betrag an die verbleibenden Familien des Dorfes zu gleichen Konditionen. Nach wiederum einem Jahr wechselt der Turnus wieder, usw.

 

Arbeitsbereich "Schulentwicklung"

Der Verein entwickelt einen speziellen Schulungsansatz für seine Vorhaben. Dieser Ansatz ist stark projektbezogen und zielt gleichzeitig auf die Förderung konkreter, kleinerer unternehmerischer Initiativen. Zusätzlich wird die Grundausbildung verbessert, um sowohl die materielle wie auch die soziale Armut zu bekämpfen Hier fungiert die Schule auch als Einrichtung für das Kennenlernen neuer landwirtschaftlicher Produkte und für die Aufwertung traditioneller Produktionsmethoden. Der Verein unterstützt Bildungseinrichtungen in der Zielregion. Dies erfolgt durch die Finanzierung von Materialien (Bücher, Laptops/“One Laptop per Child, Schreibmaterial und Einrichtung). Weiterhin werden besondere Bildungsangebote entwickelt, die auf die Erlangung einer schnellen und erfolgreichen beruflichen Selbständigkeit zielen (z.B. in den Bereichen Landwirtschaft, Handel und Gewerbe).

Als erste Initiative wurden 150 USD für Schulmaterial zur Verfügung gestellt. Für 400 USD wurde ein Spielplatz für die Kinder von Becan finanziert. Sehr gefreut haben sich die Kinder über zwei Laptops zum Lernen für Textverarbeitung und Tabellenkalkulation.

 

Arbeitsbereich "Kulturelle Identität"

Der Verein unterstützt die Bevölkerung mit indigenen Wurzeln in ihrem Weg in eine selbst-bestimmte Zukunft. So werden durch die Schulungsaktivitäten des Vereins Bestandteile der indigenen Kultur an die nächste, neue Generation weitergegeben und somit wieder aufgewertet. Archäologische Orte sollen den Einheimischen vertraut und als Teil ihrer kulturellen Identität einen zentralen Platz im Gemeinschaftsgedächtnis einnehmen. Dies beinhaltet auch die touristische Vermarktung solcher Orte Der Verein entwickelt ein entsprechendes Tourismus-Konzept, welches einen teilnehmenden und lernenden Touristen als Herzstück hat. Das Konzept wird in Abstimmung mit dem Finanzamt (Erhalt der Gemeinnützigkeit) von „generacion nueva“ in Deutschland vermarktet. Tourismus-Teilnehmer können bestimmen, in welches Aufgabenfeld ihre Zahlung fließt. Die Aktivitäten des Vereines werden in Form eines touristischen Konzeptes Sponsoren, Mitgliedern und Interessierten näher gebracht. Der am Alltag und an der Vielfalt der Traditionen teilnehmende Tourist ist Kernpunkt dieses Konzeptes.

 

Landwirtschaft

Der Verein trägt der Tatsache Rechnung, dass die Landwirtschaft eine Haupt-Einnahme Quelle in der Zielregion bildet. Aus diesem Grunde werden traditionelle und umweltschonende Anbautechniken und Produkte wiederentdeckt und vermittelt. Der Verein fördert die Wiederentdeckung und Weiterentwicklung traditioneller Anbautechniken und –produkte. Der Anbau wird in Form von kleinen Projekten auf einer eigenen Ackerfläche mit „training on the job“ erfolgen. Einer realistischen Vermarktbarkeit der Erzeugnisse durch und für die anbauende Bevölkerung wird von Beginn an Rechnung getragen.

 

Projektteam

Die Studenten der Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik: Herr Marcel Holden, Frau Nezaket Özkan, Herr James Roman und Frau Katharina Mitzloff. Unterstützt wird die Initiative durch langjährige Fachexperten: Herr Volker Mürle (Schulentwicklung), Herr Rolf Grempel (Mikrofinanz), Herr Dr. Daniel Grana-Behrens (Kulturelle Identität). Die Koordination hat Herr Dr. Knut Are Beuck inne.

 

Nähere Informationen zur Initiative Generacíon Nueva e.V. finden Sie unter www.generacionnueva.de.

 

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Kurzprofil startsocial

 

"Hilfe für Helfer" – unter diesem Motto fördert startsocial seit 2001 den Wissenstransfer zwischen Wirtschaftsunternehmen und sozialen Unternehmungen. Unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin werden herausragende soziale Initiativen durch individuelle Beratung unterstützt und Netzwerke zwischen ihnen und Unternehmen geschaffen.

 

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