Energie & Umwelt

Geothermie und Solarenergie in Indonesien

Indonesiens Strombedarf wächst kräftig. Wegen der konstant wachsenden Wirtschaft erhöht sich der Stromverbrauch um durchschnittlich 9,5 Prozent pro Jahr. Während der Strombedarf in 2010 noch 27.830 Megawatt betrug, wird sich dieser im Jahr 2018 voraussichtlich auf 57.887 Megawatt erhöhen. Zwar wird dieser Mehrverbrauch vorerst noch hauptsächlich mit Kohlekraftwerken gedeckt, aber regenerative Alternativen werden für den Inselstaat immer attraktiver. Bis 2029 soll die komplette Elektrifizierung des Landes erfolgt sein und die Geothermie soll bei diesem ambitionierten Ziel eine große Rolle spielen. Das vulkanreichste Land der Erde (126 Vulkane) am Rande des pazifischen Feuerrings besitzt etwa 40 Prozent des globalen Potentials für geothermische Stromerzeugung. Dieses soll nun weiter ausgebaut werden: Bis 2025 will Indonesien Geothermie-Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 9.500 Megawatt errichten. Damit will Indonesien zu dem größten Nutzer dieser Energieform aufsteigen. Zudem soll auch die dezentralisierte Solarenergie weiter ausgebaut werden. Solarmodule sollen bei 340.000 Stromkunden installiert werden und kommunale Solarparks auf über 100 der 17.508 indonesischen Inseln gebaut werden.

Jedoch könnte sich die Erschließung von geothermischen Kraftwerken aufgrund der geologischen Gegebenheiten weitaus schwierig gestalten als bislang gedacht. Erst 2006 entstand vermutlich durch eine (Gas-)Bohrung ein Schlammvulkan, der seitdem pro Tag mindestens 150.000 Kubikmeter Schlamm ausspuckt. 12 Dörfer wurden bereits durch den riesigen Schlammsee verschluckt und 30.000 Menschen mussten fliehen. Der Schlammvulkan wird Experten zufolge wohl noch viele Jahrzehnte aktiv bleiben.

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