Wirtschaft

GM sieht Opel-Sanierung als gescheitert und will hart durchgreifen

Die Sanierung des Rüsselsheimer Autobauers Opels erweist sich als schwieriger als gedacht. Der Mutterkonzern General Motors hat daher neue Einschnitte für Opel angekündigt – und damit Proteste der Arbeitnehmervertreter hervorgerufen. Strategiechef Stephen Girsky: „Leider hat unser Plan, mit dem wir Opel dieses Jahr profitabel machen wollten, nicht funktioniert.“

GM möchte mit Opel nun spätestens 2012 schwarze Zahlen schreiben. Für die Sanierung des im Zuge der Finanzkrise angeschlagenen Autobauers waren Verträge mit der Konzernmutter in Detroit geschlossen worden, die bis 2014 und teilweise darüber hinaus gelten. Die Pläne sehen unter anderem den Abbau von 8.000 der 42.000 Arbeitsplätze sowie eine Beteiligung der Belegschaft von 265 Millionen Euro an den Sanierungskosten pro Jahr vor – im Gegenzug waren für die kommenden Jahre Werksschließungen und ein weiterer Personalabbau ausgeschlossen worden.

Nun soll ein neuer Sanierungsplan ausgearbeitet werden, der weitere Einschnitte für die Belegschaft mit sich bringen dürfte. Die Arbeitnehmervertreter protestierten bereits und verwiesen auf die geltenden Verträge. GM macht unterdessen ernst. Insgesamt drei Top-Manager von der Konzernmutter ziehen in den Aufsichtsrat von Opel ein: der Finanzchef und der Asien-Chef von GM, sowie vor zwei Wochen bereits der Strategiechef Girsky als neuer Aufsichtsratchef. Opel hat unter anderem mit der schwachen Nachfrage in den südeuropäischen Krisenstaaten zu kämpfen – in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres fiel ein Verlust von 580 Millionen Euro an. Nun will das Traditionsunternehmen offenbar seinen Konkurrenten VW zum Vorbild nehmen, um aus der Krise zu kommen. VW habe es geschafft, zahlreiche Marken unter einem Dach gewinnbringend zu vereinen – nicht zuletzt aufgrund des Baukastensystems.

2008 fuhr Opel noch einen Verlust in Höhe von 1,16 Milliarden Euro ein, 2009 von 427 Millionen Euro und 2010 von 1,28 Milliarden Euro.

 

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