Wirtschaft

GM treibt Saab in den Ruin – Schutz seiner Technologie vor den Chinesen

Die Erleichterung bei dem schwedischen Traditionsautobauer Saab war letzte Woche groß, als nach monatelanger Ungewissheit die Rettung durch chinesische Investoren festgemacht wurde. Saab leidet unter akuter Geldnot und hohen Schulden. Der Autobauer wurde erst Anfang 2010 nach 20 Jahren vom zweitgrößten Autohersteller der Welt, General Motors (GM), an den kleinen niederländischen Sportwagenhersteller Spyker Cars verkauft. Seit April 2011 stehen allerdings die Bänder im Stammwerk Trollhättan aufgrund von akutem Geldmangel still, die Gehälter der 3.700 Angestellten können nicht mehr bezahlt und Rechnungen von Zulieferern nicht mehr beglichen werden. Allein im ersten Halbjahr 2011 liefen neue Schulden in der Höhe von 224 Millionen Euro an.

Mit dem Verkauf für 100 Millionen Euro an die chinesische Investoren – den Autohersteller Youngman und das Großhandelsunternehmen Pang Dawar – war wieder neue Hoffnung aufgekommen, vor der Pleite bewahrt zu werden. 610 Millionen Euro hätten dann in den nächsten Jahren investiert werden sollen. Diese Hoffnung wurde nun allerdings von der ehemaligen Mutter GM im Keim erstickt: GM will verhindern, dass die Technologie in die Hände der Konkurrenz fällt. Seitens der US-Amerikaner heißt es: „GM wird die bestehenden Technologielizenzen nicht verlängern und die Belieferung mit Autos des Typs 9-4X an Saab einstellen, sollten sich die Besitzverhältnisse wie geplant ändern.“ GM würde dann nach eigenen Angaben nur noch unter bestimmten Bedingungen einzelne Teile an Saab liefern, beispielsweise Antriebe.

Saab versucht nun mit den chinesischen Investoren zu verhandeln , „um zu schauen, ob eine Struktur gefunden werden kann, die allen Seiten gerecht wird“. GM hat durchaus noch eine starke Verhandlungsmacht bei Saab, da dessen Modelle auf amerikanischer Technik beruhen. GM befürchtet dabei offenbar, dass die Chinesen versuchen könnten, das internationale Leichtgewicht Saab für den boomenden und lukrativen chinesischen Automobilmarkt fit zu machen und damit zu einem direkten Konkurrenten für die US-Amerikaner aufzubauen.
 

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