Wirtschaft

Goldman Sachs rutscht überraschend ins Minus

Der Wall Street Primus Goldman Sachs rutschte drei Jahre nach dem Lehman-Debakel zum ersten Mal wieder überraschend ins Minus. Grund waren Milliarden-Abschreibungen und ein Einbruch in dem Investmentbanking. Im dritten Quartal wurde ein Verlust von 393 Millionen Dollar eingefahren. Allein die Wertberichtigung für die chinesischen Bank ICBC betrug 1,05 Milliarden Dollar. Kursverluste mit anderen Beteiligungen summierten sich auf 1 Milliarde Dollar. Hinzu kamen Abschreibungen auf Anleihen und Kredite im Umfang von 907 Millionen Dollar. Die Erträge aus dem Investmentbanking sanken gleichzeitig um 33% auf 781 Mio. Dollar. Vorbörslich gab die Goldman-Aktie um 2% nach. Seit Jahresbeginn hat sich der Aktienwert bereits nahezu halbiert.

Die Personalkosten konnten zwar gegenüber dem Vorjahr um 59% auf 1,6 Milliarden Dollar gedrückt werden, allerdings stiegen die übrigen Ausgaben um 21% auf 2,74 Milliarden Dollar. Dies sei vor allem auf die Gebührenerhöhungen an den Börsen und die von der britischen Regierung neuerdings erhobene Bankenabgabe zurückzuführen. Hier zeigt sich allerdings, dass Banken dann aufhören genau zu rechnen, wenn es darum geht, Stimmung gegen den Lieblingsfeind Politik machen zu können. Schließlich ist diese für die Steuern, Abgaben und Regeln verantwortlich, die das Geschäft stören. Die angesprochene Bankenabgabe in Großbritannien hat im dritten Quartal lediglich 100 Millionen Dollar betragen. Die Goldmänner dürften aufgrund des unerwarteten Verlusts nun im nächsten Quartal alles daran setzen, die Bilanz wieder aufzupolieren und kräftig Gewinn zu machen. In diesem Bereich gilt Goldman Sachs – je nach Betrachtungswinkel – entweder als genial oder als skrupellos.

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