Thüringen

„GreenTech-Campus Hermsdorf“ – Standort für Energie- und Umwelttechnik

Rund um das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (Fraunhofer-IKTS) in Hermsdorf wird ein „GreenTech-Campus“ für die wirtschaftsnahe Forschung und für Unternehmen aus der Energie- und Umwelttechnik entstehen. Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig stellte am Mittwoch gemeinsam mit dem Institutsleiter des Fraunhofer-IKTS, Prof. Dr. Alexander Michaelis, die Pläne für den neuen Thüringer Innovationsstandort vor. „Die Aufgabe besteht darin, Forschungsergebnisse schnell in neue GreenTech-Produkte und ‑Anwendungen zu überführen“, sagte Machnig. Darauf werde der Campus ausgerichtet. „Unser Ziel ist die Schaffung eines bundesweit bedeutsamen Zentrums der Energie- und Umwelttechnik.“

"GreenTech-Campus Hermsdorf" startet
Pressekonferenz am 5. Dezember 2012 in Erfurt zum Start des GreenTech-Campus Hermsdorf.

Zum Start des GreenTech-Campus übergab der Minister einen Förderbescheid über 2 Millionen Euro zur Errichtung eines Batterietechnikums – d.h. eines Versuchs- und Entwicklungszentrums für elektrische Speicher – an den Fraunhofer-IKTS-Leiter Michaelis. Die Fraunhofer-Gesellschaft beteiligt sich ebenfalls mit 2 Millionen Euro an diesem Technikum, an dem ab Mitte 2014 neuartige Stromspeichersysteme – darunter z.B. Hochtemperaturbatterien auf keramischer Basis – entwickelt, aber auch vorhandene Batterietypen (etwa Lithium-Ionenbatterien) getestet und weiterentwickelt werden sollen. Das Batterietechnikum umfasst Labore und Pilotanlagen zur Herstellung und zum Test von Batteriematerialien, zur Herstellung von Halbzeugen (Elektroden, Membranen) sowie zum Zusammenbau und Test neuer Batterien. „Erste Projekte zur Entwicklung neuer Batterie-Generationen haben wir gemeinsam mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena bereits angestoßen“, sagte Fraunhofer-IKTS-Leiter Michaelis mit Blick auf das dortige gemeinsame „Center for Energy and Environmental Chemistry“ (CEEC). In Hermsdorf gehe es nun darum, die Forschungsergebnisse schneller in industrielle Anwendungen zu überführen. „Das wird nicht nur unseren lokal ansässigen Industriepartnern zugute kommen, sondern es entsteht hier ein Leuchtturm mit einer Strahlkraft weit über Thüringen hinaus.“

Zugleich stellte Wirtschaftsminister Machnig die Förderung eines Brennstoffzellentechnikums im Umfang von 4,4 Millionen Euro in Aussicht, das komplett aus Mitteln des Landes finanziert wird. Dieses zweite Technologiezentrum soll ab 2013 ebenfalls auf dem GreenTech-Campus Hermsdorf errichtet werden. Hier sollen künftig große Brennstoffzellensysteme und deren Subsystemen für den stationären Einsatz entwickelt und getestet werden. Das Fraunhofer-IKTS will künftig seine Forschung auf diesem Gebiet ausweiten. „Speziell wollen wir damit unsere Aktivitäten im Bereich ‚Power-to-Gas’ ausweiten“, so IKTS-Chef Michaelis. Da Brennstoffzellen im „Elektrolysemodus“ sogar zur Erzeugung von Wasserstoff oder Methan aus regenerativem Überschussstrom genutzt werden können, ist damit eine zentrale Voraussetzung zur Nutzung des Erdgasnetzes als effektiver Großspeicher geschaffen.

Zugleich ist das Brennstoffzellentechnikum Grundlage für Ansiedlungspläne der Fuel Cell Energy Solutions GmbH (FCES), einem Joint-Venture des weltgrößten Brennstoffzellenproduzenten Fuel Cell Energy, Inc. (FCE) aus Danbury / Connecticut (USA) mit dem Fraunhofer IKTS. FCE produziert, vertreibt, installiert und wartet stationäre Brennstoffzellenkraftwerke, die effizient und wirtschaftlich Strom und Wärme produzieren. „Das Fraunhofer-IKTS ist für uns ein idealer Partner zur beschleunigten Entwicklung noch leistungsfähigerer und noch kostengünstigerer Brennstoffzellensysteme“, sagte FCE-Präsident Chip Bottone. Bereits jetzt könne mit keiner anderen Technologie Strom effizienter und umweltgerechter hergestellt werden. In den letzten Jahren hat FCE in Asien und USA Brennstoffzellensysteme in der Größenordnung von 300 Megawatt installiert und über 500 Arbeitsplätze geschaffen. „Dieses Erfolgskonzept wollen wir jetzt nach Europa übertragen“, so Bottone. „Speziell bei der Weiterentwicklung von Brennstoffzellen der Megawatt-Klasse wird der Greentech-Campus eine wesentliche Rolle spielen und dann auch optimale Synergien für eine mögliche spätere Produktion an diesem Standort bieten.“

Für den GreenTech-Campus Hermsdorf wird eine Industrieimmobilie aus dem Bestand einer Tochtergesellschaft der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbh (LEG) in unmittelbarer Nähe zum Standort des Fraunhofer-IKTS in Hermsdorf genutzt, erläuterte LEG-Abteilungsleiter Dr. Arnulff Wulff. Dabei handelt es sich um eine Liegenschaft im Industriepark Tridelta mit knapp 8.000 Quadratmetern Fläche, die in zwei Ausbaustufen erschlossen und neben dem Batterie- und Brennstoffzellentechnikum dann auch für die Ansiedlung neuer Firmen genutzt werden soll.

Weitere Informationen:

Greentech Campus Präsentation Michaelis

FCES Präsentation greentech

Quelle: Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie

Christoph Schroeder

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