Wirtschaft

Griechenland hat Sparziel 2010 eingehalten aber um 0,9% verpasst

Das Defizit Griechenlands ist 2010 laut der europäische Statistikbehörde Eurostat mit 10,5 Prozent um knapp einen Prozentpunkt höher ausgefallen als die angepeilten 9,6 Prozent. 2009 hatte das Defizit noch 15,4 Prozent betragen. Der Schuldenstand erhöhte sich damit auf 142,8 Prozent. Athen führt das höhere Defizit auf die Rezession von -4,5 Prozent zurück. Aufgrund der schrumpfenden Wirtschaftsleistung seien die Steuereinnahmen geringer und die Sozialausgaben höher ausgefallen als zuvor kalkuliert. Die mit der EU-Kommission und dem IWF geschlossene Zielvorgabe für 2010, das Defizit zunächst um 2,5 Prozent des BIP gegenüber 2009 zu reduzieren, wurde somit aber dennoch deutlich übertroffen. Der ambitionierte Sparplan sieht vor, die Neuverschuldung bis 2014 unter die vom EU-Stabilitätspakt vorgesehene Obergrenze von drei Prozent des BIP zurückzufahren. Die Zinslast für zehnjährige Anleihen stieg derweil auf rund 15 Prozent. Eine Kreditaufnahme auf dem Kapitalmarkt scheint damit mittelfristig nicht sinnvoll und auch nicht machbar. Seitens der HSH Nordbank hieß es: „Unabhängig davon, was europäische Notenbank- oder Regierungsvertreter sagen, die Märkte scheinen nach wie vor davon auszugehen, dass die Restrukturierung der griechischen Staatsschulden demnächst kommen wird.“ Gegenteilige Ansichten warnen jedoch vor einer neuen Bankenkrise, deren „Auswirkungen die Lehman-Pleite in den Schatten stellen könnte“, wenn die Banken Griechenland einen Teil der Schulden strecken müssten. Aus dieser Perspektive sei es vorzuziehen, die Sparanstrengungen lieber auf den Rücken der griechischen und europäischen Steuerzahler auszutragen, anstatt darauf zu drängen, die Banken schneller krisensicher zu machen, damit diese ihr eingegangenes Risiko auch tatsächlich tragen können.
 

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