Wirtschaft

Griechische Privatbank unterschlägt 700 Mio. EU-Hilfen, Bombenanschlag auf die Ermittler

Der erst zehn Jahre alten griechischen Privatbank Proton wird Geldwäsche, Unterschlagung von EU-Hilfen – und im Zusammenhang mit den dazugehörigen Ermittlungen – ein Bombenanschlag auf die Ermittler vorgeworfen. Dem ehemaligen Hauptinhaber und Chef der Bank, Lavrentis Lavrentiadis, sollen mehrere hundert Millionen Euro für dessen Firmen zugeflossen sein. Kredite seien auch an Offshore-Firmen gegangen, von denen keine ausreichenden Wirtschaftsdaten vorgelegen hätten, oder deren Inhaber nicht bekannt gewesen seien, oder auch nur reine Phantasienamen trugen – das typische Muster von illegaler Geldwäsche. Zudem haben hochriskante Geschäfte das Finanzinstitut in Schieflage gebracht, woraufhin es im Sommer zweimal gerettet werden musste: einmal mit 120 Millionen Euro vom griechischen Staat und einmal mit 900 Millionen Euro aus dem EU-Hilfsfonds. Zuvor waren jedoch 700 Millionen Euro ins Ausland verschoben worden. Auf den zuständigen Ermittler von der griechischen Zentralbank, der den Ungereimtheiten, vor allem auch dem Verdacht auf illegale Geldwäsche, nachgehen sollte, wurde vor wenigen Tagen ein Bombenanschlag in einem Athener Vorort verübt – man vermutet eine Warnung, den Fall nicht weiter zu verfolgen. Die Athener Staatsanwaltschaft ermittelt gegenwärtig gegen sieben der bisherigen Proton-Verantwortlichen.
 

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